AK-Kritik an oberösterreichischer Schulpolitik: Ungleiche Bildungschancen nicht einzementieren!

Linz (OTS) - In Oberösterreich sind die Bildungschancen besonders ungerecht verteilt, viele begabte Kinder werden nicht entsprechend gefördert. Umso unverständlicher ist die ablehnende Reaktion von Bildungslandesrätin Hummer auf den Vorschlag ihres Parteikollegen Kopf, Gesamtschulen in Modellregionen zu testen. "Kaum kommt Bewegung in die Debatte, werden die Ansätze bereits wieder abgewürgt", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Obwohl in Oberösterreich jedes zweite Kind gymnasialreif ist, erhalten nur 27,2 Prozent einen Schulplatz an einer AHS-Unterstufe. Nur noch Tirol (24,8 Prozent) und Vorarlberg (23,9 Prozent) bieten weniger Kindern einen Platz in einer AHS (Schuljahr 2012/13). In Wien erhalten über 50 Prozent der Kinder einen Platz an einer AHS-Unterstufe.

Diese Zahlen sind ein deutliches Indiz dafür, dass die Schulwahl in Österreich nicht von den Begabungen der Kinder abhängt. Denn neben den Noten, wobei auch deren Aussagekraft begrenzt ist, sind vor allem der Wohnort und das regionale Schulangebot sowie die soziale Herkunft maßgebend dafür, ob ein Kind in ein Gymnasium oder eine Pflichtschule (Hauptschule, Neue Mittelschule) geht.

Mit dem bestehenden System können die Begabungen der oberösterreichischen Kinder jedenfalls bei weitem nicht ausgeschöpft werden. Die Bildungschancen sind extrem ungerecht verteilt. Je höher der Bildungsabschluss der Eltern, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ein Gymnasium besucht und selbst einen höheren Bildungsabschluss erlangt. Eine genauere Analyse der äußerst unbefriedigenden Situation finden Sie im neuen Bildungsmonitor der Arbeiterkammer Oberösterreich auf ooe.arbeiterkammer.at.

Auch die jüngsten Pisa-Daten haben wieder gezeigt: Das System der Auslese und Selektion im Alter von 10 Jahren bringt in Summe weniger Spitzenleistungen und mehr schwache Leistungen hervor als in Ländern, in denen die Aufteilung in verschiedene Schultypen erst bei älteren Schülerinnen und Schülern stattfindet. Die gemeinsame Schule der 10-bis 14-Jährigen wäre gerade für Oberösterreich ein wesentlicher Schritt zu mehr Chancengerechtigkeit. "Wer sich sogar gegen Modellregionen sträubt, nimmt billigend in Kauf, dass diese ungleichen Bildungschancen einzementiert werden und dass vielen begabten Kindern die Förderung ihrer Talente vorenthalten wird", so AK-Präsident Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
martina.macher@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001