Neues Volksblatt: "Beteiligung" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 7. Jänner 2014

Linz (OTS) - 2104 werden zwei bundesweite Wahlen abgehalten: Sowohl bei der EU-Wahl als auch bei der AK-Wahl wird aber weniger das Ergebnis als die Wahlbeteiligung aufschlussreich sein. Das europäische Parlament hat in den vergangenen Jahren an Einfluss gewonnen, auch weil es durch Wahlen legitimiert ist. Aber schon bei der Wahl 2009 lag die Beteiligung nur mehr knapp über 40 Prozent, bei der ebenfalls alle fünf Jahre abgehaltenen AK-Wahl machen ebenfalls deutlich weniger als die Hälfte der Mitglieder vom Wahlrecht Gebrauch.
Warum gelingt es aber nicht, dem Wähler den Urnengang schmackhaft zu machen? Erstens hat dieser nicht das Gefühl, ernst genommen zu werden. Theoretisch bestimmt etwa das Kreuzerl bei der AK-Wahl auch, wer in der Gebietskrankenkasse das Sagen hat. Doch in der Realität hat der Wähler nicht den Eindruck, hier mitreden zu können. Ein zweiter Demotivationsgrund bei der AK-Wahl ist, dass man eh schon glaubt zu wissen, wie es ausgeht. Und ob die Sozialdemokraten 51, 57 oder 62 Prozent bekommen, wird in der Arbeit danach wohl kaum einen Unterschied machen.
Arbeiterkammer und EU-Parlament haben durchaus hohes Ansehen und kommen durch die geringe Beteiligung in eine Legitimationskrise. Leider. Vielleicht sollte man sich bewusst werden, dass die Stimmabgabe auch eine grundsätzliche Stimme für AK und EU-Parlament ist.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001