Political Correctness hilft den Populisten...

Je politisch "korrekter" die veröffentlichte Meinung und das intellektuelle Establishment, desto weiter scheint die öffentliche Meinung in die Gegenrichtung zu rutschen...

Wien (OTS) - Immer öfter hört man in letzter Zeit von der "Gefahr von rechts" - und bezogen auf die EU-Wahl, macht sich sogar der seriöse ECONOMIST Sorgen (und die europäischen TEA PARTIES zum Titelthema.)

Ein Hauptgrund für den Höhenflug der Populisten (an beiden Enden des politischen Spektrums - zumal einander diese oft berühren) könnte die Angst vieler Politiker vor der Wahrheit sein. Sie machen sich und uns etwas vor: "Wir können Steuern kürzen, Staatsleistungen ausbauen, das Budget konsolidieren - und auch noch Schulden abbauen..." Wer soll das denn glauben? Im Leben, wie in der Politik, gibt es nun einmal Konflikte, unterschiedliche Anschauungen - und schwer zu lösende Probleme. Die werden sich nicht durch positives Denken und eine rosarote Brille alleine lösen lassen. Wer das beschönigt, gießt Wasser auf die Mühlen der Populisten: weil diese dann zu Recht sagen können, "Sie lügen euch an!"

Eines der Hauptübel in diesem Zusammenhang ist wohl all das, was unter "Political Correctness" läuft. Handelt es sich dabei doch geradezu um die institutionalisierte Beschönigung! Höflichkeit und Sensibilität sind gut; Differenzierung - statt Vorurteilen - ist ebenfalls gut; Mitgefühl ist sogar sehr gut... Existierende Unterschiede einfach zu leugnen; den Menschen ihre ureigensten Empfindungen mehr oder weniger zu verbieten - ja die öffentliche Meinung gleichsam von oben herab zu verordnen - ist hingegen alles andere als gut. Und es bewirkt oft das genaue Gegenteil dessen, was es bewirken soll! Weil viele Menschen die Täuschung entlarven - und sich die versuchte Manipulation nicht gefallen lassen. (Oft kommt es dann noch zu "allergischen" Überreaktionen - durch die sich wiederum die Gegenseite angespornt fühlt.)

Der ideologische Zweck scheint fast alle Mittel zu heiligen. So schaukelt sich die Polarisierung kontinuierlich auf. Bis zur gegenseitigen Paranoia. Und alles Unerwünschte wird auf die jeweils anderen projiziert...

Letztlich gibt es nur ein Mittel gegen einseitige Ideologien: Ehrlichkeit. Die Dinge beim Namen nennen!

Ideologien sind bestenfalls Teilwahrheiten - zur Rechtfertigung partikularer Interessen. Sie sind meist GEGEN jemanden oder etwas gerichtet - und führen daher fast immer zur Eskalation.

Wir bräuchten vielleicht einmal ein ideologiefreies Jahrzehnt:
Begriffe wie "Gutmensch" oder "neoliberal", werden viel zu häufig und leichtfertig verwendet. Sie werden so zu Keulen, die eine sachliche und differenzierte Diskussion erschweren.

PS: Vielleicht sollte man sich einfach ab und zu daran erinnern, dass "die anderen" auch nicht alle dumm oder gar böse sind - nur weil sie gerade eine andere Meinung oder andere Interessen haben?

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