Außenminister Kurz in ÖSTERREICH: "Bundesheer-Auslandseinsätze rasch aufstocken."

Kurz im ÖSTERREICH am Sonntag-Interview: Faymann soll in Sotschi auch Menschenrechtsthemen ansprechen.

Wien (OTS) - Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) schlägt im großen ÖSTERREICH am SONNTAG-Interview kritische Töne zum Abzug österreichischer Bundesheer-Soldaten vom Golan an: "Es stimmt, dass wir mit dem Abzug vom Golan international nicht unbedingt Punkte gesammelt haben." Umso wichtiger ist es für Kurz, dass Österreich die Bundesheer-Auslandseinsätze nun rasch aufstockt: "Im Regierungsprogramm ist vereinbart, dass wir stets mit 1.100 Mann im Ausland vertreten sein sollen. Das ist gut so. Aber wir erfüllen dieses Kontingent derzeit nicht. Darum bin ich der Meinung, dass wir schnell auf diese 1.100 Mann kommen sollen. Ich werde das mit dem Verteidigungsminister besprechen." Die Rückkehr auf den Golan ist für Kurz "derzeit aber kein Thema".

Von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) erwartet sich Kurz, dass dieser bei seiner Russland-Reise zu den Olympischen Spielen in Sotschi auch unbequeme Fragen zum Thema macht: "Der Bundeskanzler hat sich entschieden, hinzufahren. Ich bin mir sicher, dass er die Möglichkeit nutzen wird, auf Wirtschaftsthemen einzugehen, aber auch Menschenrechtsthemen anzusprechen."

Kritikern will Außenminister Kurz mit Offenheit begegnen. "Ich kann nur ehrlich auf den Tisch legen, was ich mitbringe und was nicht: Ich bringe viel Begeisterung und Fleiß mit. Ich bringe drei Jahre Regierungserfahrung und einen jungen Blickwinkel mit. Andererseits bringe ich natürlich wenig diplomatische Erfahrung mit. Doch dieses Wissen gibt es hier im Haus".
Ob er sich auf das neue Leben als Außenminister freue? "Ich packe meine Koffer definitiv selbst. Und ich habe auch nicht das Bedürfnis, Business Class zu fliegen. Worauf ich mich freue, ist, meinen Job gut zu machen. Aber ich brauche keinen Pomp und Protz!", so Sebastian Kurz.

Als Außenminister will er zwei Schwerpunkte umsetzen: "Ich möchte den Kontakt mit Außenministern, insbesondere den europäischen, suchen und die Nachbarschaftspolitik wieder stärker forcieren." Zudem will er Serviceleistungen ausbauen: "In allen Ministerien herrscht Spardruck, also auch bei uns. Beim Service werden wir aber nicht sparen. Man kann hier viele Dinge kommunizieren, das kostet kein Geld: Beispielsweise, dass Österreicher, die in Krisenregionen fahren, sich vorab an die Botschaft wenden sollen. Dann kann man im Ernstfall einfacher Kontakt aufnehmen."

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