Weidenholzer: Boykott von "Made in Cambodia"

SPÖ-EU-Abgeordneter fordert internationalen Druck gegen menschenwürdige Arbeitsbedingungen in Kambodscha

Wien (OTS/SK) - Angesichts der schrecklichen Zustände für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kambodscha fordert SPÖ-EU-Abgeordneter Josef Weidenholzer internationale Solidarität und sofortige Maßnahmen zu deren Verbesserung. Es sei dringend notwendig, hier internationalen Druck aufzubauen. "Es muss internationale, verpflichtende Abkommen für faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen geben, die auch eingehalten werden müssen. Wenn Länder diese nicht einhalten, muss es scharfe Sanktionen geben. Es kann nicht sein, dass heute Menschen geknechtet werden und für einen Hungerlohn billige T-Shirts für den Westen produzieren", betont Weidenholzer am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Menschenwürdige Arbeit muss das zentrale Ziel nationaler und internationaler Politik werden. Europa darf nicht einfach zusehen, sondern muss den Druck erhöhen. Auch die Brutalität, mit denen die Einsatzkräfte gegen die Demonstranten vorgehen, ist nicht zu akzeptieren und muss klar verurteilt werden." ****

Weidenholzer weist auch darauf hin, dass gerade in der Textilverarbeitung nur ein Bruchteil der Wertschöpfung im Land bleibt. "Es ist absurd, wenn in Europa manche Politiker glauben, sie müssten auch in ihrem Land die Sozialstandards und Arbeitnehmerrechte abbauen, um nach Kambodscha und andere sogenannte Billiglohnländer abwandernde Arbeitsplätze halten zu können." Weidenholzer fordert die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, keine Produkte mit der Etikette "Made in Cambodia" zu kaufen. "Solange die Proteste nicht im Sinne der Arbeiter beigelegt werden und zum Beispiel ein Mindestlohn eingeführt ist, sollten die Marken einiger bekannter Modeketten, die in Kambodscha ihre Produkte herstellen lassen, boykottiert werden", sagt der Abgeordnete Josef Weidenholzer.

Auch in Hinblick darauf, dass 2015 das Europäische Jahr der Entwicklungszusammenarbeit ist, sollte der Situation in Kambodscha und den derzeitigen Geschehnissen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im November 2012 hat das Europäische Parlament auf Initiative von EU-Abgeordnetem Josef Weidenholzer eine Resolution verabschiedet, in der die Regierung in Kambodscha aufgefordert wird, demokratische Strukturen aufzubauen und die Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu garantieren.

Weidenholzer, der in regelmäßigem Kontakt mit der kambodschanischen Opposition steht, hat sich darüber hinaus in den letzten beiden Jahren wiederholt an Catherine Ashton gewandt und auf die katastrophale Menschenrechtssituation in Kambodscha hingewiesen. "Vor allem muss das Recht der ArbeiterInnen, sich frei in Gewerkschaften zusammenzuschließen und Tarifverträge abzuschließen, garantiert sein", sagt Weidenholzer. Die gegenwärtige Regierung von Hun Sen, die nur auf der Basis eines Wahlbetrugs weiter im Amt sei, sei dazu nicht in der Lage, so der Europapolitiker. (Schluss) bj

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