"profil": Alpine Holding: Masseverwalter klagt Banken auf 10,5 Millionen Euro

Holdinggesellschaft laut Stellungnahme an das Handelsgericht nur ein "Briefkasten"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, übt der Masseverwalter der insolventen Alpine Holding GmbH Karl F. Engelhart in einem Bericht an das Handelsgericht Wien vom 2. Dezember 2013 scharfe Kritik an den Vorgängen in und um die Gesellschaft. Laut Engelhart verfügte die Holding "weder über ein Anlagevermögen, noch beschäftigte sie Mitarbeiter. Einziger Zweck war ... die Geldbeschaffung im Konzern durch Begebung von Anleihen und Übernahme von Haftungen für die Alpine Bau und deren Tochtergesellschaften. Eine eigenständige 'unternehmerische Tätigkeit' wurde nicht ausgeübt. Letztlich fungierte die Alpine Holding als bloßer 'Briefkasten'."

Engelhart geht zwischenzeitlich auch gerichtlich gegen zwei Gläubigerbanken vor: Erste Group und UniCredit Bank Austria. Es geht um die Verpfändung eines ursprünglich auf einem Erste-Konto geparkten Barvermögens der Alpine Holding in der Höhe von 10,5 Millionen Euro. Im Oktober 2012 wurde das Guthaben der "zu diesem Zeitpunkt materiell insolventen Holding" im Abtausch für einen neuen Finanzierungsrahmen an die Bank Austria verpfändet, mit dem Konkurs im Juli 2013 wurde dieses Pfandrecht gezogen. "Ich kann bestätigen, dass wir gegen Bank Austria und Erste Group Anfechtungsklagen eingebracht haben", so Engelharts Kanzleikollege Clemens Richter. Die Banken bestreiten jedwede Verfehlung.

Auch die Rolle des Alpine-Bilanzprüfers Deloitte Österreich wird von Engelhart hinterfragt: "Im Zusammenhang mit dem im Sommer 2012 plötzlich aufgedeckten massiven Wertberichtigungs- bzw. Abschreibungsbedarf der Alpine-Gruppe von mehr als EUR 400 Mio., der bislang in den Bilanzen nicht berücksichtigt worden war, stellt sich zwangsläufig die Frage einer Haftung des Abschlussprüfers für die jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Bilanzen der Jahre 2009, 2010 und 2011." Deloitte Österreich hat den Vorwurf ungenauer Prüfung bereits mehrfach zurückgewiesen.

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