Walser: Kurswechsel von Kurz bei Sprachförderung erfreulich

Grüne fordern jahrgangsübergreifende "flexible Schuleingangsphase"

Wien (OTS) - Positiv überrascht zeigt sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, über den Richtungswechsel des für Integration zuständigen Ministers Sebastian Kurz in Sachen Sprachförderung. Der Minister hatte per Twitter die inklusiven Spracherwerbsmodelle britischer Gesamtschulen gelobt, während er noch im April in der "Furche" gefordert hatte, "dass Schulkinder, bevor sie ihre reguläre Schullaufbahn beginnen, ausreichend Deutsch können müssen" und daher sollten "Sechsjährige, die nicht Deutsch können, deshalb in einer Vorschulklasse die Landessprache erlernen". - Nun twitterte Kurz über das inklusive Modell der Abraham-Moss-Gesamtschule in Manchester: "Ein Erfahrungsbericht über Sprachklassen, die auch für neuzugewanderte Kinder in Österreich eine große Chance wären."

Walser zeigt sich erfreut: "Der Minister reagiert damit auf die massive Kritik, die von Lehrkräften sowie Expertinnen und Experten über ihn hereingebrochen ist, und macht einen Wende um 180 Grad. Er hat offensichtlich erkannt, dass die Vorschule Kinder aussondert und sie der Möglichkeit beraubt, mit und von Gleichaltrigen zu lernen."

Für die flexible Schuleingangsphase sind - zur individuellen Förderung der Kinder - auch zusätzliche Ressourcen notwendig. Je nach Stärken und Schwächen sind die Kinder kürzer oder länger in dieser Mehrstufenklasse. Zwei Jahre sind für Walser ein Richtwert: "Das eine Kind braucht dann vielleicht drei Jahre, ein anderes wiederum schafft diese Eingangsphase vielleicht schon in einem Jahr. Hier müssen wir flexibler sein und Kindern jene Zeit geben, die sie brauchen."

Der Grüne Bildungssprecher hofft, dass nun den Worten auch Taten folgen. Walser verweist dabei auf seinen im Frühjahr eingebrachten Vorschlag einer "flexiblen Schuleingangsphase", in welcher Vorschulkinder und Kinder der ersten und zweiten Klasse gemeinsam unterrichtet und individuell gefördert werden: "Das gäbe Kindern die Möglichkeit, sich ohne großen Stress langsam an die Schule zu gewöhnen und nicht einzelne zu beschämen, indem sie ausgesondert werden."

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