Die Schattenseiten der Feuerwerksproduktion

Im Vorfeld des Jahreswechsels macht Jugend Eine Welt auf die unmenschlichen Produktionsbedingungen für Feuerwerkskörper aufmerksam / Kinderarbeit ist an der Tagesordnung

Wien (OTS) - An die 10 Millionen Euro werden die Österreicher auch dieses Jahr wieder für Feuerwerkskörper ausgeben. Etwa 75 Prozent der Ware werden importiert. Doch was die wenigsten wissen: die Arbeitsbedingungen in der Feuerwerksindustrie sind vielfach ausbeuterisch und gesundheitsschädlich. Kinderarbeit ist nach wie vor an der Tagesordnung. Und auch 2013 kam es wieder zu zahlreichen schweren Unfällen: Allein im Oktober starben bei Explosionen in Feuerwerksfabriken in China und Vietnam 33 Menschen. Eine Explosion in einer südindischen Fabrik, bei der im Mai mehrere Kinder verletzt wurden, davon eines tödlich, zeigte erneut auf, wie verbreitet Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie noch immer ist.

"Wir möchten niemandem den Spaß am Feiern nehmen, aber wir möchten jeden einladen, beim Kauf von Silvesterraketen auf die Herkunft der Produkte zu achten", so Reinhard Heiserer, Vorsitzender von Jugend Eine Welt. Im Zweifelsfall sollte man Feuerwerkskörper aus österreichischer oder europäischer Produktion kaufen - oder auf Raketen verzichten und das ersparte Geld sinnvoller investieren.

Ausbeuterische Kinderarbeit in Indien

Indien ist nach China der zweitgrößte Produzent von Feuerwerkskörpern. Über 90 Prozent der Produktionsstätten konzentrieren sich auf die Region Sivakasi im Süden des Landes. Obwohl das Gesetz gefährliche Kinderarbeit verbietet, muss davon ausgegangen werden, dass nach wie vor Zehntausende Kinder in der Feuerwerksindustrie beschäftigt sind. Schon Zehn- bis Zwölfjährige arbeiten häufig mehr als 13 Stunden am Tag und bekommen nur einen Bruchteil dessen, was ein Erwachsener verdienen würde. Zudem ist das Risiko groß, dass sie durch den direkten Kontakt mit Schwefel, Schwarz- und Aluminiumpulver an Asthma oder Tuberkulose erkranken.

"Die Regierung müsste viel mehr tun. Sie müsste Leute in die Dörfer schicken, die nachsehen, ob dort Kinder arbeiten," fordert Bruder Vincent Thamburaj. Er uns seine Mitbrüder, die Salesianer Don Boscos, haben in Sivakasi eine Grund- und Aufbauschule, Selbsthilfegruppen für Frauen und ein Präventions- und Reintegrationszentrum für Schulaussteiger eingerichtet. Auch der Bau eines Berufsausbildungszentrums ist in Planung, in dem junge Menschen aus armen Familien unterschiedliche Berufe erlernen können und somit nicht mehr auf die gefährlichen Jobs in der Feuerwerksindustrie angewiesen sind.

Die Salesianer Don Boscos - Projektpartner von Jugend Eine Welt -sind in Indien seit 1926 tätig. Landesweit betreuen heute mehr als 2.300 Salesianer 223 Einrichtungen für Straßenkinder und Jugendliche in Risikosituationen.

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