VÖK warnt vor Fallstricken bei Einführung von "Gratis-Zahnspange"

Wien/Innsbruck (OTS) - Verband Österreichischer Kieferorthopäden fordert, dass die Bezuschussung durch die Krankenkassen an eine zeitgemäße Beurteilung des tatsächlichen Behandlungsbedarfs gebunden wird - Qualitätssicherung muss gewährleistet werden - Nein zu gedeckelten Behandlungen

Der Verband Österreichischer Kieferorthopäden warnt vor Fallstricken bei der Einführung der "Gratis-Zahnspange". VÖK-Präsident DDr. Martin Brock: "Für eine Vollversorgung werden die budgetären Mittel nicht ausreichen, daher fordern wir, dass die Bezuschussung durch die Krankenkassen an eine zeitgemäße Beurteilung des tatsächlichen medizinischen Behandlungsbedarfs gebunden wird."

In zahlreichen europäischen Ländern wird beispielsweise der Index of Orthodontic Treatment Need (IOTN) angewandt. Solche Beurteilungen zielen weder auf die Art und Komplexität einer Fehlstellung, noch auf den Behandlungsaufwand ab. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wahrscheinlich eine Fehlstellung im späteren Leben die Gesundheit beeinträchtigen kann. Der Grundgedanke ist prophylaktisch.

Völlig ungeklärt scheint die Qualitätssicherung in diesem Bereich. Brock: "Ohne vernünftige Maßnahmen zur Qualitätssicherung ist davon auszugehen, dass es über kurz oder lang zu einem massiven Anstieg von Zweitbehandlungen kommt. Das hätte eine unkalkulierte Erhöhung der Kosten zur Folge."

Deckelung droht

Sollte es ohne klare Zugangsregelung und ohne Maßnahmen zur Qualitätssicherung zur Einführung wesentlich höherer Zuschüsse durch die Kassen kommen, drohen die Kosten sehr bald zu explodieren, sagt Brock. " Die Sozialversicherer würden darauf, wie in anderen Bereichen, wahrscheinlich mit einer Deckelung der Leistungen reagieren."

Klarheit für Patienten schaffen

Außerdem plädiert der VÖK dafür, die staatliche Anerkennung der universitären Fachzahnarztausbildung für Kieferorthopädie in Österreich voranzutreiben und damit einen Beitrag zur Qualitätssicherung zu leisten. Präsident DDr. Martin Brock:
"Österreich und Spanien sind die einzigen Länder der EU, in denen es keine geregelte Ausbildung im Sonderfach Kieferorthopädie gibt."

Jeder Zahnarzt, der 90 Stunden Fortbildung absolviert hat, könne in Österreich Kieferorthopädie auf sein Praxisschild schreiben. "Nach internationalen Kriterien ausgebildete Kieferorthopäden mit dreijähriger universitärer Vollzeitausbildung im Ausmaß von 4.000 Stunden und Prüfung dürfen diesen Titel allerdings nicht führen", erklärt Brock. Daher sei es in Österreich für Patienten schwierig herauszufinden, ob es sich um einen Zahnarzt mit kieferorthopädischem Basiswissen oder einen bestens ausgebildeten Spezialisten mit umfassendem Wissen handelt, das für die Diagnose und Behandlung von komplexen Fehlstellungen notwendig ist.

Über den Verband Österreichischer Kieferorthopäden Der Verband Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK) bemüht sich seit seiner Gründung im Jahr 1998, durch Qualitätsprüfungen und Fortbildungen sicher zu stellen, dass auch in Österreich hochqualifizierte kieferorthopädische Behandlungen nach dem Stand der Wissenschaft durchgeführt werden. Der VÖK vereint aktuell rund 250 Mitglieder aus allen Bundesländern. Der VÖK im Internet: www.voek.info

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