Kadenbach: Vorschlag der Kommission zu Klonfleisch berücksichtigt nicht Kernproblem der Nachfahrengeneration

Europäische Kommission setzt sich über Bedenken der KonsumentInnen hinweg

Wien (OTS/SK) - Die EU-Kommission hat gestern, Mittwoch, einen neuen Vorschlag zum Verbot von Klonfleisch präsentiert. Für die SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments, geht die Kommission in dieser Frage nicht weit genug: "Was die Kommission hier vorgelegt hat, ist nicht mehr als ein Feigenblatt. Das Verbot des Klonens von landwirtschaftlichen Nutztieren und der Import solcher Tiere reichen nicht aus, wenn keine Regelung für die Nachkommen getroffen wird. Das Europäische Parlament hat bereits im Jahr 2010 ein striktes Verbot von Klonfleisch gefordert, sowie mindestens eine Kennzeichnung der Nachfahrengeneration. Eine Kennzeichnungspflicht käme praktisch einem Verbot gleich, da sich wohl die wenigstens KonsumentenInnen im Supermarkt bewusst für Klonfleisch entscheiden." ****

"Die Kommission hat hier einen Kniefall vor der Fleischindustrie gemacht. Die wertvollen geklonten Tiere der ersten Generation werden nicht zum Schlachten verwendet, sondern zur Zucht. Lukrativ ist das Geschäft erst mit den Tieren der zweiten Generation", erläutert die Europaparlamentarierin am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Darüber hinaus könne man das Klonen als Tierquälerei bezeichnen:
Studien haben ergeben, dass vier von zehn geklonten Rindern die ersten fünf Monate nicht überleben, ebenso treten häufig Missbildungen und chronische Krankheiten auf. Für sie ist klar, dass die Kommission Schwierigkeiten haben wird, diesen Vorschlag durch das EU-Parlament zu bringen. "In den vergangenen Jahren hat es zu diesem Thema eine eindeutige Haltung gegeben. Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Europäische Parlament die Kommission hier in die Schranken weisen wird", so Kadenbach. (Schluss) bj/mp

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