"Kulturmontag" am 16. Dezember: Gesellschaft im Konsumrausch, "Oscar"-Waltz im Opernfieber, Westwood im Interview

Außerdem: "Lady Henderson präsentiert" im "art.film"

Wien (OTS) - Die von Clarissa Stadler präsentierte letzte "Kulturmontag"-Ausgabe des Jahres 2013 am 16. Dezember 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 befasst sich mit einer breiten Themenpalette: Wie das Heranwachsen einer Konsumkultur das Wertesystem der zukünftigen Erwachsenen beeinflusst, hinterfragt zum Beispiel der Beitrag "Konsument Kind". Ob Oscar-Preisträger Christoph Waltz auch als Opernregisseur ein goldenes Händchen hat, wird die Premiere seines "Rosenkavalier" an der Vlaamse Opera Antwerpen am kommenden Sonntag weisen - der "Kulturmontag" gibt einen Ausblick. In London hat Clarissa Stadler die Designerin der diesjährigen Kostüme für die Neujahrskonzert-Ballett- und -Tanzeinlagen besucht: die britische Stilikone Vivienne Westwood gemeinsam mit Ehemann und Kreativdirektor Andreas Kronthaler im "Kulturmontag"-Interview.

Im Anschluss an das einstündige Magazin bringt der "art.film" um 23.30 Uhr die ORF-Premiere von "Lady Henderson präsentiert": Stephen Frears humorvolle Hommage an die 1944 verstorbene Theaterpionierin Laura Henderson, dargestellt von Oscar-Preisträgerin Judi Dench.

Kaufrausch: Konsument Kind - Das Christkind kommt das ganze Jahr

Mit welchen Tricks schleicht sich die Werbeindustrie in die Köpfe von Kindern und Jugendlichen? Und was können Eltern dagegen tun? Wie das Heranwachsen in einer Konsumkultur das Wertesystem der zukünftigen Erwachsenen beeinflusst, analysiert der Jugendforscher und Buchautor Philipp Ikrath: Knapp zwei Milliarden Euro werden die Österreicher heuer zu Weihnachten ausgeben, ein Großteil der Weihnachtsgeschenke wird wohl Kinderaugen zum Leuchten bringen. Kinder werden aber nicht nur beschenkt. Industrie und Werbewirtschaft haben sie längst als kaufkräftige Zielgruppe entdeckt. Schon vor zehn Jahren hatten Kinder und Jugendliche in Österreich rund 300 Millionen Euro Taschengeld im Jahr. Eltern kaufen im Supermarkt doppelt so häufig Produkte auf Wunsch ihrer Kinder wie ihnen bewusst ist, haben Wissenschafter der Universität Wien in einer Studie herausgefunden. 70 Milliarden Euro geben Eltern in Deutschland jedes Jahr aus, weil sie ihre quengelnden Kinder ruhig stellen wollen - "Naggingmarket" wird dieser Umsatzbringer genannt. Kinder entscheiden in unserer liberalen Gesellschaft meist selbst darüber, welches Spielzeug oder welche Kleidung Eltern für sie kaufen. Und sie dürfen mitentscheiden, welches Auto sich die Familie anschafft oder wohin es in den Urlaub geht.

Augenschmaus: Vivienne Westwood putzt das Neujahrskonzert heraus -Gespräch mit der Design-Ikone und Ehemann Andreas Kronthaler

Die Lady ist ein Punk: Dame Vivienne Westwood revolutionierte in den 1970er Jahren die Mode. Mit Lack und Leder, Nieten und Sicherheitsnadeln trieb sie Stachel in das Fleisch des Establishments. Punk war damals eine Lebenshaltung. Doch die Zeiten sind vorbei. Westwood ist heute glühende Royalistin, wälzt dicke wissenschaftliche Schmöker, besucht Kunstgalerien und versucht den Amazonas zu retten. Dennoch: Gesellschaftskritisch und aufbegehrend ist sie geblieben, Traditionen hält sie hoch. In all dem sieht Westwood keinen Widerspruch. Sie strebe schlicht nach Perfektion, sagt sie. Und so ist es dem ORF gelungen, eine Perfektionistin für die Kostüme des Neujahrskonzertballetts zu engagieren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem gebürtigen Tiroler Andreas Kronthaler, hat die Stilikone elegante Roben für die Balletteinlage zu Joseph Lanners Walzer "Die Romantiker" entworfen. Die Polka "Pizzicati" aus dem Ballett "Sylvia" von Léo Delibes wird in frechen Outfits im klassischen Schottenkaro getanzt. Clarissa Stadler hat Westwood und Kronthaler in ihren Londoner Studios getroffen und spricht mit ihnen über Tradition und Moderne, Walzer, Weihnachtswünsche - und Julian Assange.

Regiedebüt: Christoph Waltz, der zweifache Oscar-Preisträger inszeniert den "Rosenkavalier"

Belgiens Vlaamse Opera hat einen Coup gelandet: Ein zweifacher Oscar-Preisträger gibt dort sein Opern-Regiedebüt. Und da es sich hierbei um Christoph Waltz handelt, fällt sein Kommentar dazu gewohnt bescheiden aus: "Ich bin kein Opernregisseur. Also, ich inszeniere jetzt eine Oper, aber das macht mich noch lange nicht zum Opernregisseur." Der Wiener hat sich das wohl berühmteste Werk von Richard Strauss, den Jahresregenden 2014, ausgesucht: den "Rosenkavalier". Die Bösewicht-Partie des Ochs auf Lerchenau singt der österreichische Bass Albert Pesendorfer. Den Fokus seiner Inszenierung legt Waltz auf die Musik von Strauss. Was komplexe dialogische Szenen betrifft, hat er mit Hilfe großer Regisseure schon "einige Nüsse geknackt", das kommt ihm jetzt zugute: "Manchmal staune ich richtig, wie viel von meiner Erfahrung ich für diese Arbeit verwenden kann." Der "Kulturmontag" stellt den mit Spannung erwarteten "Rosenkavalier" vor.

Der "Kulturmontag" ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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