Grüne: Frauenpolitische Blamage der neuen Regierung

Aslan: SPÖ ist bei wichtigen frauenpolitischen Fragen umgefallen, ÖVP hat sich mit ihrem konservativen Frauenbild durchgesetzt

Wien (OTS) - Nur fünf der 16 MinisterInnen und StaatssekretärInnen sind Frauen (32%) - das ist weniger als in der vergangenen Legislaturperiode. Von 2008 bis 2013 zählte die Bundesregierung mit ihren damals noch 18 MinisterInnen und StaatssekretärInnen zwischenzeitlich sogar bis zu sieben Frauen (39%). "Das ist eine frauenpolitische Blamage", kommentiert die Frauensprecherin der Grünen, Berivan Aslan, die neue Männerregierung.

Im gesamten Regierungsteam finden sich lediglich fünf Frauen. Die wichtigsten Positionen werden ausschließlich von Männern besetzt und auch sonst setzt vor allem ÖVP-Chef Spindelegger auf Männer: Der Klubchef wurde ein Mann, und auch den Posten des Zweiten Nationalratspräsidenten hat Spindelegger gegen den Widerstand der ÖVP-Frauen mit Karlheinz Kopf besetzt. Wolfgang Brandstetter übernahm die Justizagenden von Beatrix Karl und Sophie Karmasin bekommt mit dem Familien- und Jugendressort ein 'klassisches' Frauenthema.

"Die Forderung nach einem eigenständigen Frauenministerium wurde ignoriert. Das Frauenressort wird weiterhin von Heinisch-Hosek - die jetzt aber in erster Linie für Bildung zuständig ist - 'mitbetreut', daran lässt sich gut ablesen, wie unwichtig Frauenpolitik für die neue Regierung ist."

Lediglich zwei Seiten (im letzten Regierungsübereinkommen noch sechs Seiten) beschäftigen sich mit Frauen. Sie werden nur im Zusammenhang mit Familienpolitik zum Thema. "Geschlechterpolitik wird auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf reduziert, die zentralen frauenpolitischen Forderungen der SPÖ sind durch das konservative Frauen- und Familienbild der ÖVP vollkommen verschwunden", kritisiert Aslan.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0006