Kinder- und JugendanwältInnen Wien: Abschiebung der Zwillinge Maxi und Alex nach Frankreich entspricht in keinster Weise dem Kindeswohl

Schwere Retraumatisierung der Kinder wird in Kauf genommen

Wien (OTS) - Wie die Zeitschrift NEWS berichtet, sollen die Zwillinge auf Grund eines OGH Urteils von Österreich in eine Wohngemeinschaft nach Frankreich überstellt werden.

Und das obwohl in der psychologischen Stellungnahme der Gutachterin darauf hingewiesen wird, dass eine Rückkehr der Zwillinge nach Frankreich die Kinder ihre Sicherheit durch die primäre Bindungsperson in Person der Mutter verlieren, die Kontinuität und Stabilität der derzeitigen Lebenssituation verlorengehen würde, die notwendige Psychotherapie abgebrochen werden müsste und die Kinder alle derzeitigen protektiven Faktoren verlieren und sich statt dessen in fremder Umgebung finden und voller Angst einer unsicheren Zukunft entgegenblicken.

Für die bereits schwer traumatisierten Kinder würde dieser Umstand mit hoher Wahrscheinlichkeit eine existentielle Krise bewirken, durch die sie in ihrer weiteren emotionalen und kognitiven Entwicklung schweren Schaden nehmen würden.

Uns geht es einzig und alleine um die betroffenen Kinder und um deren Wohl, so Pinterits und Schmid.

Es kann nicht sein, dass aufgrund welcher Vorgeschichte auch immer, Kinder für den derzeit bestehenden rechtlichen Status Quo des Verfahrens bestraft werden und in eine für sie gänzlich unbekannte, völlig fremde und damit massiv Angst machende Situation verbracht werden sollen.

Es existieren mit Sicherheit andere Möglichkeiten, sollte dies zum Wohle der Kinder sein, Kontakt zum Vater herzustellen.

Nun geht es darum eine für die Situation der Kinder individuelle und möglichst schonende Lösung zu finden und wir ersuchen das Bundesministerium für Justiz im Sinne der Kinder und deren Wohl sowie deren Rechte tätig zu werden.

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Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
DSAin Monika Pinterits & Dr. Anton Schmid
Tel.: (++43-1) 70 77 000
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