JW-Roth: Betrachten Regierungsprogramm mit gemischten Gefühlen

Junge Wirtschaft begrüßt Erleichterungen für Gründer, kritisiert jedoch Änderung bei GmbH-Neu und fehlende Zukunftsorientierung.

Wien (OTS/PWK892) - "Das Regierungsprogramm löst bei uns gemischte Gefühle aus", kommentiert Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), das Programm der neuen Bundesregierung. Die JW begrüßt etwa das Bekenntnis zur Schaffung eines attraktiven Rechtsrahmens zur Verbesserung von Crowdfunding- und Bürgerbeteiligungsmodellen bis März 2014. "Das wäre ein weiterer wichtiger Schritt, um die Rahmenbedingungen für alternative Finanzierungsformen und somit die Finanzierungsmöglichkeiten für Jungunternehmer zu verbessern. Damit wurde eine unserer Forderungen aufgegriffen. Wir werden uns in diesen Prozess auch weiterhin sehr aktiv einbringen", so Roth. Der Bundesvorsitzende bemängelt jedoch das Fehlen von Anreizen für andere Finanzierungsformen wie Venture Capital oder Business Angels.

Positiv: Geplante Erleichterungen für Gründer

"Mit der Streichung der Veröffentlichungspflicht in der Wiener Zeitung findet sich eine weitere, langjährige Kernforderung der Jungen Wirtschaft im Regierungsprogramm wieder. Das ist vor allem in der Startphase wichtig, denn hier zählt jeder Euro für Gründer", zeigt sich Roth erfreut.

Sehr positiv bewertet die heimische Jungunternehmervertretung, dass die Fördervoraussetzungen geändert wurden. So wurde der Zeitraum, in dem sich ein Betriebsinhaber nicht in vergleichbarer Weise und in einer vergleichbaren Branche betrieblich betätigt haben darf, von 15 auf 5 Jahre verkürzt. "Dieses Vorhaben trägt der Tatsache Rechnung, dass mittlerweile der mehrmalige Wechsel zwischen selbstständiger und unselbstständiger Tätigkeit zur modernen Arbeitswelt gehört. Für Startups kann so eine Zugangshürde zu Förderungen beseitigt werden", erklärt Roth. Weiters wird es in Zukunft auch möglich sein, trotz des Scheiterns einer früheren Businessidee mit einer neuen Unternehmensidee um eine Förderung anzusuchen ("2nd Chance-Prinzip"). "Damit wird in Österreich erstmals anerkannt, dass man aus Fehlern lernt und es beim zweiten Unternehmen besser macht", freut sich Markus Roth über diese echte Neuerung.

Eine zusätzliche Erleichterung für Gründer stellt auch der Ausbau der One-Stop-Agency in den WKO Gründerservice-Stellen dar. Denn die Eintragung einer Gründung im Firmenbuch soll künftig im Rahmen der elektronischen Gewerbeanmeldung in 90 Gründerservice-Stellen der WKO in Österreich miterledigt werden können. Die notwendige Beglaubigung wird durch die Bürgerkartensignatur ersetzt, die Freigabekompetenz der elektronischen Eintragung wird weiterhin beim Firmenbuchgericht liegen. Damit ersparen sich die Gründer Wege, Zeit und Geld und können sofort unternehmerisch durchstarten.

Heftige Kritik an innovations- und wachstumsfeindlicher Änderung der GmbH Neu

"Obwohl es durchaus positive Maßnahmen gibt, sind andere Vorhaben klar negativ zu bewerten", so Roth. Besonders heftig kritisiert der JW-Bundesvorsitzende eine geplante "Quasi-Rücknahme" der GmbH-Reform. Laut Regierungsprogramm kommt es zu einer Auffüllungsverpflichtung für jene 10.000 EUR GmbH Inhaber, die zukünftig Gewinne schreiben sowie für alle Neugründungen, sobald sie Gewinne schreiben. "Dieser Schritt ist völlig unverständlich und wird von uns klar abgelehnt. Anstatt die Gewinne in Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen investieren zu können, werden Jungunternehmer gezwungen ihr Eigenkapital aufzufüllen. Das ist innovations- und wachstumsfeindlich und zudem international nicht konkurrenzfähig", so Roth.

Fehlende Zukunftsorientierung: Junge Generation schaut durch die Finger

"Die Tatsache, dass weder eine tiefgreifende Pensionsreform, noch eine umfassende Verwaltungsreform im Regierungsprogramm zu finden sind, ist eine bittere Enttäuschung. Die junge Generation zahlt weiterhin die Zeche für ein marodes Pensionssystem und eine aufgeblähte Verwaltung. Auf die Generationengerechtigkeit muss weiter gewartet werden. Gerade diese beiden Vorhaben sind von zentraler Bedeutung, um den vorhandenen Schuldenberg abzubauen. Nur so können Mittel für Zukunftsinvestitionen frei gemacht werden", zeigt sich Roth enttäuscht über die Zukunftsfeindlichkeit des neuen Regierungprogramms. (SR)

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