TEAM STRONACH: Umweltwissenschaftler Prof. Braungart fordert: "Vorsicht vor Gift in Kinderspielzeug zu Weihnachten!"

Wien (OTS) - + Hamburger Umweltinstitut kommt zum Ergebnis: "Mattel ist führend bei Giftstoffen im Spielzeug!"

+ Bis zu 600 gesundheitsschädliche Chemikalien in Spielsachen gefunden

+ Lego- und Playmobil-Spielsachen "deutlich wenigster belastet", vorwiegend in Asien hergestelltes Spielzeug oft Sondermüll, Hundespielzeug oft weniger schadstoffbelastet als Kinderspielzeug

+ TEAM STRONACH fordert Verbot von Chemikalien, die sich im Menschen absetzen, besseren Schutz unserer Kinder und Anreize für die Industrie, um die Spielzeugproduktion in Österreich anzukurbeln

Der renommierte Umweltforscher Prof. Dr. Michael Braungart, wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts, hat heute gemeinsam mit TEAM STRONACH-Klubobfrau Dr. Kathrin Nachbaur und der designierten Umweltsprecherin Ulla Weigerstorfer vor Gift im Kinderspielzeug gewarnt, das zu Weihnachten verkauft wird. Bis zu 600 verschiedene Chemikalien hat das unabhängige Institut in Spielzeug bisher nachgewiesen. Hinter den bunten, weichen, oft auch plüschigen Kinderfreunden verbergen sich oft ungeahnte chemische Gefahrenquellen: von Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Thallium, Nickel, Selen und Arsen, Pestizidrückständen, Kunststoffweichmachern bis zu Klebstoffen und Additiven.

"Spielsachen in unseren Geschäften kommen oft aus China oder Malaysia, sind zum Teil giftig und bestenfalls Sondermüll", so Prof. Braungart, der an der Erasmus-Universität Rotterdam, der Leuphana-Universität Lüneburg, der Universität Twente und der TU Delft lehrt. "Es gibt offensichtlich gerade für den sensiblen Bereich Kinderspielzeug keine zuverlässige Qualitätssicherung für Gesundheits- und Umweltverträglichkeit."

+ PROF. DR. MICHAEL BRAUNGART: "MATTEL FÜHREND BEI GIFTSTOFFEN"

"Der weltweit führende Hersteller am Kinderspielzeugmarkt ist gleichzeitig auch führend bei Giftstoffen im Spielzeug: bei Mattel, deren Spielsachen wir seit 22 Jahren untersuchen, konnten wir regelmäßig in unterschiedlichsten Produkten Schadstoffe in hoher Konzentration nachweisen. Sie produzieren Spielzeug, das nicht für Kinder geeignet ist." So wurden laut Prof. Braungart alleine in "Polly Pocket"-Spielzeug "das krebserregende Cyclohexanon ebenso gefunden wie Acetophenon, das das Immunsystem schädigt, sowie Lösungsmittelrückstände. Auch eine ganze Reihe von hormonell wirksamen Verbindungen konnten nachgewiesen werden." Prof. Braungart:
"Das Traurige ist, dass sich auch Konzerne wie Disney hergeben und mit solchen Unternehmen Produkte auf den Markt bringen. In "Disney Princess" fand das Hamburger Umweltinstitut 2013 ebenfalls "Cyclohexanon in hohen Dosen und Toluol, ein Nervengift, das leberschädigend sein kann."

+ KINDER SIND UMWELTGIFTEN STÄRKER AUSGESETZT ALS ERWACHSENE

"Kinder sind besonders gefährdet und Umwelteinflüssen ohnmächtiger ausgesetzt als Erwachsene", so Prof. Braungart. "Ihr Körper sind widerstandsärmer, das Immunsystem noch nicht so ausgebildet wie bei Erwachsenen, auch das Wissen um die Gefahren und den Umgang damit sind Kinder noch nicht gewohnt. Dazu kommt, dass EU-Grenzwerte nicht für Kinder geeignet sind. Ein Kind nimmt Schwermetalle viermal stärker auf als Erwachsene. Silikonverbindungen und viele weitere Giftstoffe machen unfruchtbar und das ist wiederrum vererbbar. Die Fruchtbarkeit heutiger erwachsener Männer ist nur mehr halb so groß wie bei jener unserer Eltern. Giftiges Kinderspielzeug trägt sicher einen erheblichen Anteil dazu bei."

+ HUNDESPIELZEUG WENIGER SCHADSTOFFBELASTET WIE KINDERSPIELZEUG.

Die Untersuchungen des Hamburger Umweltinstituts zeigen, dass oftmals Hundespielzeug weniger mit Schadstoffen belastet ist als Kinderspielzeug. "Speziell was Schwermetalle betrifft sind diese in Tierspielzeug oft deutlich niedriger als im Kinderspielzeug", so Prof. Braungart. Dr. Kathrin Nachbaur, Klubobfrau des TEAM STRONACH, fordert daher, dass "in Kinderspielzeug keine Chemikalien enthalten sein dürfen, die auch nur im Verdacht stehen, krebserzeugend, embryotoxisch, mutagen zu sein oder sich in Muttermilch anzureichern."

+ UNTERNEHMEN WIE LEGO UND PLAYMOBIL SCHNEIDEN GUT AB

Unternehmen wie Lego und Playmobil zeigen hingegen, so Prof. Braungart, wie man "auch ein sauberes Spielzeug produzieren kann. Sie haben ihre Probleme der Vergangenheit gelöst und produzieren heute weitgehend gift- und schadstofffreie Spielzeuge." Nachsatz: "Bei Lizenzprodukten wie Lego-Eiswürfelformen muss das Unternehmen allerdings dieselbe Qualitätssicherung an den Tag legen wie beim Spielzeug. Hier fanden wir Schadstoffe in hoher Konzentration."

+ TIPPS BEIM KAUF VON KINDERSPIELZEUG

Das Hamburger Umweltinstitut rät beim Kauf von neuem Spielzeug folgendes zu beachten:

- Achten Sie auf das Etikett: Hier sollte der Käufer detaillierte Informationen zu den Herstellern, dem Produktionsort und den Inhaltsstoffen finden. Fehlen diese, ist Vorsicht angebracht.

- Kaufen Sie bevorzugt heimische Produkte: Generell sollte heimischen und europäischen Produkten der Vorzug gegenüber Produkten aus China und Fernost gegeben werden.

- Keine PVC-Spielzeuge und keine PVC-Verpackung: Verzichten Sie auf den Kauf von PVC-haltigen Spielzeugen und solchen, die in PVC verpackt sind.

- Vorsicht bei Plastik, lackierten Spielsachen und Silikonmaterial:
Geben Sie beim Kauf möglichst unlackierten und wenig behandelten Spielsachen den Vorzug. Holzspielzeug ist generell weniger belastet. Auf Spielzeug, das Weichmacher enthält, sollten Sie verzichten, dasselbe gilt für Silikonmaterial. Plastikspielzeug unbekannter oder zweifelhafter Herkunft sollten Sie nicht kaufen.

- Waschen Sie Spielzeug bei 30 Grad in der Waschmaschine: Waschen Sie neues Spielzeug, insbesondere auch Plastikspielzeug - sofern es dadurch nicht zerstört wird - in einem Wäschebeutel bei 30 Grad mit einem Feinwaschmittel in der Waschmaschine. Dadurch werden bis zu zwei Drittel der Schadstoffe ausgewaschen. Dasselbe gilt für Kinderbekleidung. Waschen Sie diese unbedingt vor dem ersten Gebrauch.

- Sollte ein Spielzeug intensiv riechen: Hände weg! Haben Sie es bereits gekauft, dann stellen Sie es für eine Woche an die frische Luft. Das kann bis zu 20% der Schadstoffe eliminieren.

- Schenken Sie kein Spielzeug aus Ihrer Kindheit weiter: von alten Teddybären bis zu Plastik-Bauklötzen. In alten Plüschtieren und Spielzeugen finden sich vermehrt Schad- und Giftstoffe von Schwermetallen, DDT bis zu Asbest. "Alte Teddys gehören in die Vitrine oder in das Museum", so Prof. Braungart, "aber nicht ins Kinderbett!"

+ KONKRETE FORDERUNGEN DES TEAM STRONACH

"Wir müssen die Gesetze so verändern, dass Giftstoffe in Kinderspielzeug ausnahmslos verboten werden und auch auf europäischer Ebene parteiübergreifend einwirken", fasst Dr. Kathrin Nachbauer die Forderungen des TEAM STRONACH zusammen. "Schutz und Sicherheit unserer Kinder gehen vor." Die designierte Umweltsprecherin des TEAM STRONACH, Ulla Weigerstorfer: "Wir fordern, dass keine Chemikalien mehr in Verkehr gebracht werden dürfen, die sich im Menschen absetzen." Weiters müssen Anreize für Unternehmen geschaffen werden, die Spielzeug in Österreich produzieren: "Wir müssen den Wirtschaftsstandort Österreich verbessern, damit bei uns auch wieder mehr Spielzeug hergestellt werden kann, und auch Steueranreize für die Realwirtschaft schaffen", fordert Dr. Kathrin Nachbaur. "Nicht nur unsere Kinder profitieren davon, sondern auch die heimische Wirtschaft. Nur so können wir sichere Qualität garantieren. Wir können nicht darauf warten, dass Länder wie China oder Malaysia verantwortungsbewusster mit der Produktion von Spielzeug und ihren Beschäftigten umgehen. Wir müssen das selbst in die Hand nehmen und mehr in Österreich produzieren, nicht in Asien. Wir brauchen eine Bewusstseinsbildung nicht nur bei Eltern und Konsumenten, sondern auch für die heimische Industrie. Wir fordern Unternehmen auf, per Selbstverpflichtung auf Chemikalien zu verzichten, die im Verdacht stehen, sich negativ auf den menschlichen Organismus auszuwirken."

Ulla Weigerstorfer: "Besonders Kinder brauchen politische Maßnahmen, die sie schützen. Es ist dringend notwendig, dass hier eingegriffen wird und die Hersteller von Kinderspielzeug strengeren Kontrollen unterliegen sowie bei Verstoß zur Verantwortung gezogen werden. Wir brauchen auch eine für jeden sofort verständliche Kennzeichnung. Nur so können wir unsere Kinder vor langfristigen gesundheitlichen Schäden bewahren und ihre Gesundheit schützen. Unsere Kinderzimmer dürfen nicht zur Sondermülldeponie werden!"

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