BIFIE: Laden AKS ein, sich zu informieren statt zu demonstrieren

Neue Forderungen zur standardisierten Reifeprüfung beruhen laut BIFIE auf Missverständnissen

Salzburg/Wien (OTS) - Unverständnis gegenüber dem Streikaufruf der AKS (Aktion kritischer Schüler_innen) äußert BIFIE-Direktor Martin Netzer angesichts des Maßnahmenpakets, auf das sich das Unterrichtsministerium, die Bundesschülervertretung und das BIFIE am letzten Wochenende geeinigt haben und das am Montag präsentiert wurde.

"Die 14 Maßnahmen, die vereinbart wurden, stellen eine faire, qualitätvolle, international anerkannte und gesetzeskonforme Reifeprüfung sicher", so Netzer. "Wir laden die Vertreter der AKS ein, diese Punkte mit uns vom BIFIE im Einzelnen zu diskutieren." Eine Umsetzung einzelner der jetzt erhobenen Forderungen würde eine deutliche Verschlechterung für die zukünftigen Maturantinnen und Maturanten mit sich bringen, so Netzer unter Hinweis auf die Forderung nach Überarbeitung des Beurteilungsschlüssels in Mathematik. "Anhand der Ergebnisse aus der Probeklausur im Frühjahr 2013 können wir belegen, dass eine Veränderung des Beurteilungsschlüssels in Mathematik in Richtung einer Gesamtverrechnung deutlich mehr 'Nicht genügend' zur Folge hätte", so Netzer (siehe Grafik). Wichtig ist es laut Netzer, die Unterschiede deutlich zu machen: "Klar ist, dass der neue Beurteilungsschlüssel nur auf die neuen Aufgabenformate angewendet werden kann." Herkömmliche Aufgabenstellungen können demzufolge mit dem neuen Beurteilungsmodell tatsächlich nicht adäquat abgebildet werden, wobei umgekehrt gilt, dass das alte Beurteilungssystem nicht zu den neuen Aufgabenstellungen passt.

Deshalb ist Netzer überzeugt, im Rahmen einer sachlichen Diskussion auch die AKS vom Vorteil des neuen Systems überzeugen zu können. Dazu zählt auch die Abkehr von sogenannten "halben" und "Viertelpunkten" und die Implementierung einer holistischen Betrachtungsweise. Netzer: "Die Lösungen, die vom BIFIE mit den Aufgaben mitgeliefert werden, folgen dem Motto, dass im Zweifelsfall ein Punkt zu vergeben ist." Dadurch sei eine lernförderliche und schülerfreundliche Beurteilung im Rahmen der qualitativen Ziele und gesetzlichen Bestimmungen gewährleistet.

Auch die Forderung nach einer klaren Definition des Lernstoffs ist laut Netzer unverständlich: "Der Lernstoff war noch nie so klar wie in den standardisierten Klausurfächern. Jede Schülerin und jeder Schüler kann sich den Grundkompetenzenkatalog in Mathematik - das sind keine 14 Textseiten - im Internet ansehen und zu Hause ausdrucken." Netzer hofft, auch diesen Vorteil für die Schülerinnen und Schüler in Zukunft noch klarer kommunizieren zu können.

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