Schönborn: EU-Abgeordnete sollen gegen Estrela-Bericht stimmen

Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz: Bericht verharmlost Abtreibung - Bischöfe aus Österreich und Deutschland empfehlen Ablehnung, weil demokratiepolitisch und menschenrechtlich "hochproblematisch"

Wien-Bonn, 10.12.13 (KAP) Mit einer deutlichen Kritik am Estrela-Bericht des EU-Parlaments haben sich die Österreichische und die Deutsche Bischofskonferenz zu Wort gemeldet. So empfehlen die beiden Episkopatsvorsitzenden, Kardinal Christoph Schönborn und Erzbischof Robert Zollitsch, den Europaabgeordneten die Ablehnung des umstrittenen Berichts über sexuelle und reproduktive Rechte. Der Bericht bringe nicht nur eine "Verharmlosung der Abtreibung", sondern sei sowohl menschenrechtlich "hochproblematisch" als auch "demokratiepolitisch bedenklich", so die Bischöfe in ihren Stellungnahmen zum Bericht, der am Dienstag auf der Tagesordnung des EU-Parlaments steht.

Kardinal Schönborn kritisiert am Estrela-Bericht, dass dieser "eine Verharmlosung der Abtreibung und ein Schritt zu einer verhängnisvollen Normalisierung der Tötung menschlichen Lebens" sei. Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz bezieht sich in seiner Stellungnahme darauf, dass der Bericht nicht nur für die Straffreiheit der Abtreibung eintritt, sondern dass Abtreibung als ein Menschenrecht bewertet wird und ihre Vornahme damit ein Pflichtangebot der staatlichen Gesundheitsfürsorge in der gesamten EU werden soll. Überdies will der Bericht diese Regeln auch auf alle Länder angewendet wissen, denen die Europäische Union Entwicklungshilfe gewährt.

"Werdende Mütter in Not werden damit mehr denn je alleingelassen. Statt ihnen lebensbejahende Alternativen zu bieten, wird die Illusion aufgebaut, Schwangerschaft sei ein mit einem kleinen Eingriff zu heilendes Gesundheitsproblem", so Kardinal Schönborn, der folgert: "Für alle anderen Beteiligten ist das die bequemste Lösung - die betroffene Frau aber muss die ganze Last des toten Kindes auf ihre Seele nehmen."

Kardinal Schönborn schließt sich damit den mahnenden Worten des Katholischen Familienverbandes und des österreichischen Familienbischofs Klaus Küng vom Vortag an und bittet die Mandatare des Europäischen Parlamentes, dem Bericht nicht zuzustimmen. Er weist darauf hin, dass der Estrela-Bericht "unter Missachtung der Geschäftsordnung des EU-Parlamentes" zustande gekommen sei "und ohne Möglichkeit der Debatte dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird". Stattdessen sollte "in einer breiten öffentlichen Diskussion über menschenfreundliche Hilfen in ungewollter Schwangerschaft gesprochen werden".

Besondere Anerkennung spricht Kardinal Schönborn den vielen Menschen aus, die in ihrer Eigenverantwortung als europäische Staatsbürger gegen den Estrela-Bericht protestiert oder sich an ihre EU-Mandatare gewendet haben.

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