Schwarz-Rot plant Österreichischen Sekt mittels eigener Steuer schlechter zu stellen

Verwaltung der Sektsteuer kostet mehr als sie Einnahmen bringt

Wien (OTS) - Die Umsetzung der medial kommunizierten Pläne der Koalition die Sektsteuer wieder einzuführen, wäre ein herber Rückschritt in eine wettbewerbsverzerrende Marktsituation zum Nachteil österreichischer Weinbauern und Sekthersteller. Italienische Prosecci und Frizzante fallen nicht unter die Steuer und werden preislich besser gestellt. Das Wachstum und der Aufbau eines eigenen starken Images des heimischen Sekts über die letzten Jahre - nicht zuletzt erst kürzlich über die Gründung eines eigenen Österreichischen Sektkomitees - erhielten damit einen inakzeptablen Dämpfer. Darüber hinaus haben Berechnungen bereits im Zuge der Abschaffung der Sektsteuer im Jahr 2005 ergeben, dass die Verwaltung rund um die Einhebung einer solchen Sektsteuer mehr kostet als diese an Einnahmen bringt.

Die Abschaffung bzw. das Auf-Null-Setzen der Sektsteuer im April 2005 hat dem heimischen Sekt einen Aufschwung und ein Wachstum für die heimische Weinwirtschaft gebracht. Die wettbewerbsverzerrende Steuer in der Höhe von 1,- Euro pro Flasche 0,75L hat seinerzeit die Überschwemmung des Marktes mit italienische Prosecci und Frizzante, die von dieser Steuer ausgenommen waren, gebracht.

Nun wurde bereits im Sommer dieses Jahres auf Parlamentsbeschluss österreichischer Sekt bei der gesetzlich verordneten Neuregelung der AMA-Beiträge auf eine Stufe mit Wein gestellt. Die Sektwinzer und Sektkellereien haben ab 2014 neben den Beiträgen für den Grundwein in Form einer Doppelbelastung zusätzlich auch für das Endprodukt eine Abgabe von 1,10 Euro/100 Liter zu leisten. "Diese von den heimischen Sektherstellern bereitwillig akzeptierte Abgabe wurde unter dem Hinweis auf die nicht vorhandene Sektsteuer umgesetzt. Nun sollen wir nur ein paar Monate später mit einer Sektsteuer eine weitere massive Wettbewerbsverzerrung hinnehmen? Das macht die Arbeit der letzten 8 Jahre für eine Aufwertung des österreichischen Sekts und für ein gestärktes Bewusstsein für Qualität, Herkunft und Vielfalt in diesem Segment mit einem Schlag zunichte." zeigt sich Herbert Jagersberger, Vorsitzender des österreichischen Sektkomitees, verärgert über die in den Medien kommunizierten Steuerpläne der Koalition.

Kleine Steuer - großer Nachteil

Für die Republik handle es sich bei der Sektsteuer um eine "Bagatellsteuer" - das gesamte Schaumweinsteueraufkommen in Österreich würde rund 25 bis 30 Mill. Euro pro Jahr ausmachen (0,05% des Gesamtsteueraufkommens in der Höhe von 6,1 Mrd. Euro im Jahr 2012 - Quelle Statistik Austria). Pro Flasche gemessen wäre die Steuer aber mit über einem Euro hoch und verstärkt die Preisdifferenz und damit die wettbewerbsverzerrende Benachteiligung zum Frizzante/Prosecco.

Benachteiligung heimischer Qualitätsprodukte

Beste Qualität und regionale Herkunft sind wichtige Grundpfeiler der österreichischen Lebensmittelproduktion. Die Konsumentinnen und Konsumenten verlangen das und die Landwirtschaft, die Verarbeiter und der Handel kommen dieser Forderung nach Nachvollziehbarkeit der Herkunft und höchsten Qualitätsansprüchen nach. Die heimischen Sekthersteller tragen diesen Schulterschluss mit und setzen bei der Herkunft der Trauben auf die Qualitätsprodukte der heimischen Landwirtschaft und stärken damit die regionale Wertschöpfung. Enorme Preissteigerungen bei österreichischem Wein bedeuteten für die heimischen Sekthersteller, die sich dennoch zur Herkunft und der ausschließlichen Verarbeitung heimischer Trauben bekennen, Mehrausgaben in Millionenhöhe. Die Gefahr einer solchen Steuermehrbelastung für Sekt ist eine "Flucht" der Sekthersteller beim Grundweineinkauf in das billigere Ausland und damit ein enormer Schaden für die heimische Weinwirtschaft und die österreichische Wertschöpfungskette. Daher ist es absolut unverständlich, warum das heimische Produkt gegenüber den internationalen Schaumweinen wie Prosecco und Frizzante (mit weniger Druck in der Flasche / bis 2,5 bar) über eine eigene Sektsteuer massiv schlechter gestellt werden soll.

Mit der Gründung eines Österreichischen Sektkomitees nach dem Vorbild der regionalen Weinkomitees hat der österreichische Sekt eine offizielle und starke Stimme für die Anliegen der heimischen Sekthersteller. Direkt dem nationalen Weinkomitee unterstellt können so in Zukunft die Interessen, die Qualität, die Vielfalt und die Herkunft des österreichischen Sekts besser und trotz unterschiedlicher Strukturen - von der traditionsreichen Kellerei bis zum selbst versektenden Winzer - geeinter vertreten werden.

Mit 1. April 2005 wurde die wettbewerbsverzerrende Sektsteuer in Österreich abgeschafft bzw. auf Null gestellt. Die Steuer betraf damals alle Schaumweinprodukte mit über 3 bar Druck in der Flasche. Aufgrund dieser Regelung ausgenommen von der Steuer sind Frizzante, Perlweine und die meisten landläufig als "Prosecco" bezeichneten Schaumweine. Korrekterweise ist Prosecco seit 2009 ausschließlich eine Herkunftsbezeichnung für die kleine Region Veneto in der Provinz Treviso, die sowohl als Schaumwein (über 3 bar Druck in der Flasche) als auch als Perlwein (unter 2,5 bar Druck in der Flasche) auf den Markt gebracht wird.

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