Kirche: Ordensverein "Solwodi" gegen Prostitutionsverbot

Obfrau Sr. Patricia Erber: Schritt würde Frauen in Illegalität drängen - Nötig vielmehr Verbesserung der Situation der Frauen sowie Aufklärung der Freier

Wien, 07.12.13 (KAP) Eine klare Absage haben österreichische Ordensfrauen einem Prostitutionsverbot, das derzeit in Frankreich eingeführt und in mehreren Ländern Europas diskutiert wird, erteilt. "Es würde Frauen in Illegalität treiben und somit Menschenhandel, Zwangsprostitution und Zuhälterei verstärken", so die Stellungnahme von Schwester Patricia Erber, Obfrau des Vereins "Solwodi" (Solidarity with Women in Distress/Solidarität mit Frauen in Not), im Interview mit "Kathpress". Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Prostituierte seien dennoch dringend nötig: "Die Weiterführung des Status quo wäre zu wenig", so Erber.

Armut und fehlende Alternativen, immer wieder jedoch auch Zwangsprostitution und Menschenhandel verbergen sich hinter dem Schritt von Frauen in die Prostitution, erklärte die Angehörige des Salvatorianerinnenordens. "Bei rund 85 Prozent der Prostituierten ist irgendeine Form von Zwang im Spiel." Dieser Zwang müsse bekämpft werden, wobei jedoch ein generelles Verbot nichts lösen würde. Ohnehin stünden Menschenhandel, Zwangsprostitution oder Zuhälterei bereits unter Strafe - "wenn diese auch zumeist nicht hoch genug ist". Erber weiter: "Frauenarmut verschwindet nicht einfach mit einem Verbot von Sexarbeit.

Es brauche vielmehr Maßnahmen, "damit Frauen erst gar nicht in die Situation kommen, sich prostituieren zu müssen". Konkret fordert der Verein, der in Wien eine Schutzwohnung für ehemalige Prostituierte und Opfer von Menschenhandel betreibt, deshalb finanzielle Unterstützung, die Bereitstellung von Wohnmöglichkeiten und Angebote zur Weiterbildung für die betroffenen Frauen.

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