"profil": RH zerpflückt Neue Mittelschule

Rechnungshof-Rohbericht kritisiert verzerrte Statistiken, rechtswidrige Vergaben und bürokratisches Chaos bei Modellversuch NMS

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, übt der Rechnungshof (RH) in einem Rohbericht heftige Kritik am Reformprojekt Neue Mittelschule (NMS) von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. So sei die NMS im Jahr 2012 "entgegen der gesetzlichen Vorgabe zur verpflichtenden wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation der NMS-Modellversuche" im Regelschulwesen eingeführt worden. Originalzitat aus dem RH-Bericht: "Eine zentrale Entscheidungsgrundlage für diese wichtige bildungspolitische Maßnahme mit weitreichenden finanziellen Auswirkungen lag nicht vor."

In seinem 114-seitigen Rohbericht zum "Modellversuch Neue Mittelschule" beanstandet der Rechnungshof, das Unterrichtsministerium (BMUKK) habe bei der positiven Darstellung der Übertrittsraten von NMS-Absolventen in höhere Schulen "unpassende Vergleichsdaten herangezogen". Statt einem "verzerrten Vergleich" sollten "in Zukunft objektiv ermittelte Statistiken" veröffentlicht werden.

Überdies sei es dem BMUKK "trotz hoher finanzieller Mittel nicht gelungen, eLearning an den NMS-Modellversuchen nachhaltig zu etablieren". Die Vergabe des Projekts eLearning an die Stiftung private Pädagogische Hochschule Burgenland erfolgte laut Rechnungshof "entgegen dem Bundesvergabegesetz". Auch die Öffentlichkeitsarbeit für den Modellversuch NMS sei teilweise "ohne öffentliche Ausschreibung" vergeben worden.

Allgemein komme es beim Projekt Neue Mittelschule aufgrund der Kompetenzzersplitterung zwischen Bund und Ländern zu "Ineffizienzen, Doppelgleisigkeiten und Zielkonflikten".

Die RH-Prüfung des Modellversuchs Neue Mittelschule fand von November 2012 bis März 2013 statt. Laut "profil" könnte der Endbericht noch vor Weihnachten publiziert werden. Das BMUKK wollte gegenüber dem Nachrichtenmagazin keinen Kommentar abgeben.

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