Karlheinz Töchterle: Ausgezeichnetes Engagement für Wissenschaft und Forschung

Hohe staatliche Auszeichnungen an H. Kromp-Kolb, J. Hallwirth, T. Aigner, R. Bösel, W. Neugebauer, B. Raimann und A. Jöchlinger

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle hat heute im Audienzsaal des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung hohe staatliche Auszeichnungen an sieben Persönlichkeiten überreicht, die sich in den Dienst der Wissenschaft und der Öffentlichkeit gestellt haben und mit hoher Kompetenz, außergewöhnlichem Engagement und besonderem Verantwortungsgefühl den Wissenschaftsstandort Österreich stärken. "Das im besten Sinn des Wortes ausgezeichnete Engagement für Wissenschaft und Forschung ist sehr vielfältig und reicht von der Klimaforschung über österreichische Zeitgeschichte bis hin zu rechts- und verkehrspolitischen Themen", so Töchterle. Manche der heute Ausgezeichneten hat Töchterle auch an ihren Wirkungsstätten besucht, etwa Klimaforscherin Dr. Helga Kromp-Kolb an der Universität für Bodenkultur oder Dr. Richard Bösel am Historischen Institut in Rom.

Klimaforscherin o.Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb wird mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Durch ihr besonderes Engagement hat sie das Niveau der Klimaforschung in Österreich systematisch auf internationales Niveau angehoben. Ein besonderer Aspekt ihrer Forschungsarbeit ist die Klimaforschungsgemeinschaft in Österreich mit dem vergleichsweise kleinen Forschungsprogramm "StartClim". Mit diesem Programm ist es gelungen, für Themen mit zunächst nur kleiner Wissenschaftlergemeinschaft in Österreich in ersten Schritten die Basis für die Klimaforschung in Österreich zu verbreiten. Das heutige Forschungsprogramm von Kromp-Kolb an der Universität für Bodenkultur ist sehr breit gefächert und enthält viele wissenschaftspolitische und fachübergreifende Artikel mit teils transdisziplinärem Charakter. Kromp-Kolb vertritt die Klimaforschung in den Medien sehr versiert. Überdies berät sie den Europäischen Forschungsrat im Bereich der Förderung hervorragender junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den gesamten Bereich der Geowissenschaften.

Über das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich darf sich Mag. Johann Hallwirth freuen. Er übte von 2002 bis 2013 die Funktion des Universitätsrates an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) aus. Als einer der wenigen Universitätsräte österreichweit war er von 2002 bis 2007 auf einem Regierungsmandat ernannt und wurde in Anerkennung seiner Verdienste vom Senat der mdw für die zweite Funktionsperiode auf ein Universitätsmandat gewählt. Dabei war ihm immer die Balance zwischen den Interessen des Bundesministeriums und den Intentionen der mdw ein großes Anliegen. Dank seiner zahlreichen Kontakte und der aktiven Vernetzungstätigkeiten konnten wichtige Vorhaben der mdw wesentlich unterstützt werden, wie etwa die erfolgreiche Requirierung von Sondermitteln im Rahmen von Infrastrukturprogrammen des Bundesministeriums. Seine aktive Rolle zeigt sich auch in seinem Bemühen, die Spezifika der größten Kunstuniversität Österreichs bei relevanten Anlässen zu erklären und zu betonen.

Dem Archivdirektor des Diözesanarchivs in St. Pölten, Dr. Thomas Aigner, MAS, wird das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich überreicht. Seine zahlreichen Publikationen sowie seine umfangreiche Projektmitarbeit und -leitung seit 2002 zeigen die zunehmende Weiterentwicklung des Archivwesens durch den Einsatz der digitalen Möglichkeiten. Aigner gilt als Erfinder der Online-Quellen von Archivinformationen in Österreich und angrenzenden Ländern. Als erstes Archiv in Österreich wurde im Diözesanarchiv St. Pölten das Archiv-Informationssystem eingeführt, und als erstes Archiv in Mitteleuropa wurde in St. Pölten mit der Digitalisierung der Kirchenbücher begonnen. Durch nationale und internationale Kooperationen entstanden durch die Projekte "Kirchenarchive.at" und "Monasterium.at" virtuelle Urkundenarchive für Mitteleuropa. Als Präsident von "Icarus" - einer aus ca. 120 Mitgliedern aus 23 europäischen Ländern bestehenden Gesellschaft von Archiven und wissenschaftlichen Einrichtungen - schuf Aigner unter anderem "Matricula-online.eu", ein Portal von digitalen Quellen österreichischer und deutscher Archive.

Hofrat Univ.-Prof. Dr. Richard Bösel wird für seine besonderen Verdienste als Direktor des Historischen Instituts in Rom mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse geehrt. Er begann seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Bibliotheca Hertziana in Rom. Seit 1978 widmet er sich einem Forschungsprojekt, das die Erstellung eines Corpuswerkes zur "Jesuitenarchitektur in Italien (1540 - 1773)" zum Ziel hat. Von 1984 bis 1999 war er Leiter der Architekturabteilung der Graphischen Sammlung Albertina. Seit 1985 lehrt er an der Universität Wien. Am 1. März 1999 wurde er Direktor des Historischen Instituts in Rom. Nicht zuletzt mit seinen profunden wissenschaftlichen Kenntnissen zur Kunstgeschichte Italiens hat Bösel das Historische Institut im Verlauf der folgenden 14 Jahre zu einer international renommierten Position ausgebaut. Unter seinen Arbeiten sei im Besonderen auf den Ausstellungskatalog über Borromini, seine Beiträge über die Jesuitenarchitektur in italienischer, französischer und spanischer Sprache sowie über den Mathematiker und Architekten Orazio Grassi hingewiesen.

Für sein besonderes Engagement auf dem Gebiet der österreichischen Zeitgeschichte wird der langjährige wissenschaftliche Leiter des "Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes" (DÖW), Hon.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer, mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Er leitete zahlreiche wissenschaftliche und Publikationsprojekte ein und setzte volksbildnerische Aktivitäten. Neben der Reihe "Widerstand und Verfolgung" in den österreichischen Bundesländern ist eine weitere, bislang sieben Länderstudien umfassende Reihe der Erforschung des österreichischen Exils gewidmet, vier Bände gibt es zum Oral-History-Projekt "Erzählte Geschichte". Eines der größten wissenschaftlichen Projekte des DÖW war die "Namentliche Erfassung der österreichischen Holocaust-Opfer". Neugebauer gestaltete zahlreiche Großausstellungen mit, wie "Wien 1938", "Der Krieg gegen die Minderwertigen. Die Geschichte der NS-Medizinverbrechen in Wien" sowie die 1978 eröffnete österreichische Gedenkstätte in Ausschwitz. Leidenschaftlich widmete sich Neugebauer auch der Geschichte der Arbeiterbewegung, des Widerstands und der NS-Justiz sowie der NS-Euthanasie und "Rassenhygiene". 1994 gab er einen Sammelband mit Stalinismus-Analysen heraus, gemeinsam mit Ernst Hanisch und Emmerich Tálos den Sammelband "NS-Herrschaft in Österreich", mittlerweile Standardwerk der österreichischen Zeigeschichte.

Für ihre zahlreichen Leistungen um den "Verlag Österreich" wird MMag. Barbara Raimann mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Als Leiterin hat sie zahlrei-che Standardwerke wie Großkommentare zum ABGB und zum Strafrecht betreut. Im Jahr 2011 konnte sie die Nachfolge des Rill-Schäffer-Kommentars zum Bundesverfassungsrecht sichern. Das von Raimann verantwortete Verlagsprogramm enthält Klassiker wie die "Reine Rechtslehre" von Hans Kelsen oder die Wiener Rechtstheoretische Schule bzw. Nachschlagwerke wie der "Österreichische Amtskalender". Durch die gute Zusammenarbeit mit den drei österreichischen Höchstgerichten verblieb die Herausgabe der Amtlichen Sammlungen der Entscheidungen, Erkenntnisse und Beschlüsse im "Verlag Österreich". Seit 2008 hat der "Verlag Österreich" systematisch das umfassende Buchangebot durch neue Fachmagazine für Juristen, Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Mitglieder von Aufsichtsräten ergänzt. Anfang 2012 übernahm der Verlag Österreich das rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Programm von Springer Wien New York.

Dipl.-Kfm. Dr. Alfred Jöchlinger hat sich als Geschäftsführer des Auftragnehmerkataster Österreich (ANKÖ) besondere Verdienste erworben und wird dafür mit dem Berufstitel "Professor" geehrt. Seine wissenschaftliche Karriere begann er beim ÖAMTC, wo er sich mit außerordentlichen relevanten verkehrswirtschaftlichen und -politischen Themen befasste. Besonders hervorzuheben ist seine Studie "Mobilität in Österreich 1983 - 2011" (Wien 1990), die zu den wichtigsten Wegmarken der Mobilitätsforschung in Österreich zu dieser Zeit zählt. Von 1992 bis 2004 war Jöchlinger Lehrbeauftragter für kommunale und regionale Energieplanung an der Fakultät für Raumplanung und Architektur an der Technischen Universität Wien; weitere zwei Semester auch Lektor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien.

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