Ärztekammer 2: Günstige Wirkung von Omega 3-Fettsäuren auf Fettgewebe adipöser Patienten

Das führt zu einer Verminderung des Gesundheitsrisikos für Folgeerkrankungen - Weitere Arbeit zu einem neuen Impfstoff gegen Birkenpollenallergie prämiert

Wien (OTS) - Erste Preisträgerin des diesjährigen Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ist an Bianca K. Itariu von der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Wiener Universitätsklink für Innere Medizin III. Sie beschäftigte sich in ihrer Arbeit mit dem Zusammenhang von extremen Übergewicht und Folgeerkrankungen wie Typ 2-Diabetes oder Herzerkrankungen. ****

Adipositas entsteht durch übermäßige Kalorienzufuhr und nimmt weltweit epidemische Ausmaße an. Damit assoziierte Folgeerkrankungen führen zu einer erhöhten Mortalität der betroffenen Patienten. Aus diesem Grund ist die Prävention von Komplikationen entscheidend für die Prognose adipöser Patienten.

In den letzten Jahren wurde klar, dass eine chronische geringgradige Entzündung, die vom Fettgewebe ausgeht, wesentlich zur Entwicklung von Typ 2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt. Langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren der Omega 3-Familie wirken hier anti-entzündlich, reduzieren das kardiovaskuläre Risiko und könnten damit die Fettgewebsentzündung reduzieren, was das Risiko der Entstehung eines Typ 2- Diabetes vermindern könnte.

Ziel der Arbeit von Itariu war es nun, die Wirkung einer achtwöchigen Behandlung mit Omega 3-Fettsäuren auf die adipositasassoziierte Fettgewebsentzündung in hochgradig adipösen nicht diabetischen Patienten zu untersuchen. 55 Patienten wurden entweder mit Omega 3-Fettsäuren oder - als Kontrolle - mit Butterfett randomisiert behandelt. Am Ende der Behandlung wurden die Unterschiede in der Fettgewebsentzündung auf Genexpressionsebene untersucht.

Das Ergebnis: Verglichen zur Kontrollgruppe reduzierte die Behandlung mit Omega 3-Fettsäuren die Expression entzündlicher Gene im Fettgewebe signifikant. Zugleich stieg durch die Behandlung mit Omega 3-Fettsäuren auch die lokale Konzentration von entzündungshemmenden Lipidmediatoren im Fettgewebe an. Solche Lipidmediatoren wurden damit erstmals im menschlichen Fettgewebe nachgewiesen.

Darüber hinaus reduzierten Omega 3-Fettsäuren auch die Konzentration zirkulierender Entzündungsmarker und der Serum-Triglyzeride. Damit konnte Itariu zeigen, dass Omega 3-Fettsäuren günstige Wirkungen auf das Fettgewebe adipöser Patienten haben und so zu einer Verminderung des Gesundheitsrisikos dieser Patienten für Folgeerkrankungen führen könnten.

Die Arbeit ist im "American Journal of Clinical Nutrition", dem internationalen Topjournal für Ernährungsstudien, erschienen.

Impfstoff gegen Birkenpollenallergie ohne Nebenreaktionen

Um eine neue Impfung gegen Birkenpollenallergien ging es in der Arbeit von Katharina Marth vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Medizinischen Universität Wien.

Weltweit leiden mehr als 100 Millionen Menschen unter Allergien gegen Birkenpollen. Die einzige Therapieform, die diese Erkrankung ursächlich behandelt und ein Fortschreiten verhindern kann, ist die allergen-spezifische Immuntherapie.

Die derzeit angewandten Impfstoffe sind von wechselnder Qualität, weil sie als Rohallergenextrakte aus Pollen gewonnen werden. Patienten müssen über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren oft mehr als 20 Impfungen pro Jahr erhalten oder bis zu täglich Tropfen oder Tabletten einnehmen. Zudem kann die Verabreichung der natürlichen Allergenextrakte allergische Reaktionen und Nebenwirkungen beim Patienten auslösen.

Die von Marth publizierte Arbeit berichtet die Entwicklung eines vollsynthetischen Impfstoffs für Birkenpollenallergie der in technisch gleichbleibender Qualität und in ausreichenden Mengen hergestellt werden kann und viele Vorteile gegenüber den bisherigen Impfstoffen aufweist. Die Ergebnisse versprechen, dass der neue Impfstoff keine schweren allergischen Nebenreaktionen auslöst und dass ein Impfschutz mit nur vier Injektionen pro Jahr erzielt werden kann.

Der durch gezielte Veränderung des Birkenpollenhauptallergens, Bet v 1, hergestellte Impfstoff liefert schützende Antikörper und soll die Entwicklung von Toleranz gegen das Allergen fördern. Auf Basis dieser Arbeiten kann nun mit der Behandlung erster Patienten in klinischen Studien begonnen werden.

Die Arbeit wurde im renommierten "Journal of Immunology" veröffentlicht. (hpp)

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