Barrierefreier Lebensraum als wesentlicher Faktor der Inklusion

Der BSVÖ macht auf zentrale Forderungen im Bereich der Barrierefreiheit aufmerksam

Wien (OTS) - Barrierefreier Lebensraum ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um Inklusion geht. Damit ist allerdings nicht nur das bauliche Umfeld gemeint, sondern insbesondere auch der barrierefreie Zugang zu Bildung und Medien.

Barrierefreier Zugang zu Information

Informationen werden in immer größerem Ausmaß online zur Verfügung gestellt, sind aufgrund der Programmierung der Webseiten aber meist nicht mit den assistierenden Technologien die blinde und sehbehinderte Menschen verwenden, kompatibel. Der BSVÖ fordert daher Webaccessibility für blinde und sehbehinderte Menschen, die eine Gleichstellung für ungehinderte Nutzung des World Wide Web sowie erhöhte Chancen auf Teilhabe am kulturellen sowie am Erwerbsleben bedeuten würde. In engem Zusammenhang damit, sowie mit der Forderung nach einem stark wachsenden Anteil an audiodeskribierten Sendungen, steht das Recht auf Zugang zu Bildung, wie es in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verankert ist, welche seit 2008 in Österreich rechtskräftig ist. Mit dem heutigen Stand der Technik gibt es keine Entschuldigung mehr seitens Text produzierender Einrichtungen, einem Menschen mit Sehbehinderung die Teilnahme am kulturellen Leben zu verwehren oder zu erschweren.

Barrierefreies Bauen

Ein barrierefreier Lebensraum beginnt mit einer barrierefreien Bauweise. Für blinde Menschen ist es wesentlich, dass der Informationsgehalt des Sichtbaren durch den Hör- und/oder Tastsinn erfassbar gemacht wird. Viele von diesen Maßnahmen erhöhen zudem die Mobilität und Sicherheit im öffentlichen Raum für alle Menschen. Hierzu würde auch eine verpflichtende Einführung von akustischen Warnsignalen für Elektrofahrzeuge zählen.

Der BSVÖ möchte insbesondere darauf aufmerksam machen, dass erst das Zusammenspiel der verschiedenen Aspekte von Barrierefreiheit (Stufenlosigkeit, Bewegungsraum, Orientierungsmöglichkeiten, Sicherheitsvorkehrungen etc.) ein wirklich inklusives bauliches Umfeld und damit gesellschaftliche Partizipation für alle Menschen ermöglicht. Daher ist es unbedingt erforderlich, im Kontext barrierefreien Bauens und Gestaltens ein wesentlich größeres Augenmerk auf Maßnahmen im Sinne blinder und sehbehinderter Menschen zu legen, als es derzeit der Fall ist.

Je weniger Barrieren es in unserem Umfeld gibt, desto weniger werden Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen von selbigem behindert, desto freier und selbständiger können sie in allen Lebensbereichen agieren, desto präsenter werden sie in der Gesellschaft und desto selbstverständlicher wird letztendlich die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Rückfragen & Kontakt:

DI Doris Ossberger
barrierefrei@blindenverband.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BSV0001