Entgeltansprüche von Arbeitnehmern nirgendwo so gut geschützt wie in Österreich

WKÖ-Gleitsmann: Keine weiteren Daumenschrauben für Betriebe - Reduktion der Überstunden würde kaum zusätzliche Jobs schaffen

Wien (OTS/PWK867) - "Anstatt die Strafenkeule zu schwingen, sollten die Vertreter der Gewerkschaft bei den Fakten bleiben", bemerkt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, zur Forderung von Gewerkschaft nach Strafen für unbezahlte Überstunden. Gleitsmann erinnert daran, dass das WIFO ja selbst die Zahl an unbezahlten Überstunden hinterfragt:
Denn einerseits wurden sehr oft nicht die Betroffenen, sondern nur Angehörige befragt, andererseits dürften Überstunden bei pauschaler Vergütung oder Zeitausgleich oft fälschlich als nicht bezahlt angegeben werden.

Nach der Berufsgruppen-Statistik weist der öffentliche Sektor, insbesondere der Bereich Erziehung und Unterrichtswesen, mit Abstand die meisten unbezahlten Überstunden auf. "Warum richtet sich die Empörung der Gewerkschaft nicht an die großen öffentlichen Arbeitgeber?", so Gleitsmann.

Er erinnert daran, dass in keinem Land der EU die Entgeltansprüche von Arbeitnehmern besser geschützt sind als hierzulande: Österreich hat die höchste Abdeckung durch Kollektivvertragslöhne - in Deutschland ist nur jeder zweite Arbeitnehmer hier geschützt -, die Gebietskrankenkassen prüfen alle Betriebe scharf nach dem Anspruchsprinzip, alle Arbeitnehmer sind Mitglieder der Arbeiterkammer mit Rechtsschutz, und dazu kommen drakonische Strafen, wenn Unternehmen den Grundlohn - inklusive Überstundengrundentgelt -unterschreiten.

Im Übrigen bestätigt auch das WIFO, dass eine Reduktion der angeblich unbezahlten Überstunden kaum zusätzliche Jobs schaffen würde, da diese Stunden vor allem von Qualifizierten geleistet werden, in diesem Segment die Arbeitslosigkeit aber sehr gering ist.

"Vor diesem Hintergrund besteht absolut kein Bedarf an noch mehr Daumenschrauben für Betriebe, ganz im Gegenteil", so Gleitsmann: "Es ist erfreulich, dass die Betriebe trotz Konjunkturschwäche, hoher Lohn- und Lohnnebenkosten und komplizierter Lohnverrechnung und Bürokratie immer noch Jobs schaffen und Monat für Monat für einen Beschäftigungsrekord sorgen. Daher sollten wir Betriebe vielmehr entlasten". (PM)

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