"Ausstellung Silent Witnesses" - Wurm: Laut auftreten im Kampf gegen Gewalt an Frauen

Wien (OTS/SK) - "'Silent Witnesses - Stumme Zeuginnen'" sind lebensgroße Figuren, die auf die Schickale jener Frauen aufmerksam machen sollen, die nach oft jahrelangen Gewaltbeziehungen von ihren Partnern ermordet wurden. Wir dürfen die Schicksale der 'stummen Zeuginnen' nicht verschweigen, sondern wir müssen laut im Kampf gegen Gewalt an Frauen auftreten", so der Appell von SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm, anlässlich der Veranstaltung zur Ausstellung "Silent Witnesses - Stumme Zeuginnen", am Montagabend im Parlament. Wurm erinnerte in ihrer Rede an zwei "stumme Zeuginnen" aus ihrer Heimatstadt Innsbruck - zwei Frauen, die vor wenigen Wochen beide auf grausamste Art und Weise von ihren Partnern ermordet wurden. ****

Wurm dankte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer für ihr jahrelanges Engagement im Kampf gegen Gewalt an Frauen und für die Möglichkeit, die Ausstellung im Rahmen der "16 Tage gegen Gewalt" im Hohen Haus zu zeigen. Erfreut zeigte sich Wurm auch, dass es gelungen ist, eine gemeinsame Veranstaltung der Frauensprecherinnen aller Parlamentsfraktionen mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner abzuhalten.

"Die Ausstellung 'Silent Witnesses - Stumme Zeuginnen'" ist seit der Vorsitzübernahme Österreichs im Europarat im November 2013, im Parlament in Wien zu sehen. Denn Österreich hat nicht nur den Vorsitz im Europarat übernommen, es hat auch als eines der ersten Länder die Konvention des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt ratifiziert", so Wurm, die auch Vizepräsidentin der parlamentarischen Versammlung des Europarates sowie stellvertretende Vorsitzende des Gleichbehandlungsausschusses im Europarat ist. Wurm hat an der Erarbeitung der Istanbuler Konvention mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Europarat maßgeblich mitgewirkt und in ihrer Rede die Entstehungsgeschichte der Konvention skizziert.

Die parlamentarische Versammlung des Europarates habe 2006 in Madrid beschlossen, eine Kampagne gegen häusliche Gewalt in den 47 Staaten zu starten. Erstmalig wurde mit Fernsehspots, Kampagnen und Seminaren in den Mitgliedsländern für das Thema Bewusstsein und Sensibilisierung geschaffen. Nach zwei Jahren, 2008 in Wien, wurde festgestellt, dass das Ende der Kampagne nicht das Ende von Gewalt an Frauen bedeute und es noch viel mehr zu tun gebe.

Im sogenannten Wiener Memorandum wurde ausdrücklich festgehalten, dass es bei häuslicher Gewalt in 90 Prozent der Fälle um Gewalt gegen Frauen geht. Anschließend hat man eine Task Force zur Erarbeitung der wichtigsten Maßnahmen eingesetzt. Die Task Force, genannt Cahvio (Committee for preventing and combating violence against women and domestic violence), hat gemeinsam mit dem Parliamentary Network "Women Free from Violence" nach jahrelanger, intensiver Arbeit auf europäischer Ebene ein umfassendes Regelwerk vorgelegt, das effektive Instrumente zur Bekämpfung von Gewalt beinhaltet. Dieses Regelwerk, das erstmals klare Vorgaben, Maßnahmen und verbindliche Richtlinien für die Gesetzgebung auf nationaler Ebene beinhaltet, ist die Istanbuler Konvention.

Nach Österreich hat Serbien heuer im November als achtes Mitgliedsland die Konvention im November ratifiziert. Das bedeutet, es fehlen noch zwei Mitgliedsländer, bis die Konvention in Kraft tritt. "Die Konvention ist auf vier tragenden Säulen aufgebaut:
Gewaltprävention, Gewaltschutz, Strafverfolgung und ein die Umsetzung begleitenden Monitorings", so Wurm, die als Schlüsselelement zur Prävention jeder Form von Gewalt an Frauen die Gleichstellung zwischen Mann und Frau nennt.

"Lakshmi Puri, stellvertretende Generalsekretärin und geschäftsführende Direktorin von UN Women, hat die Istanbuler Konvention als 'a golden standard' bezeichnet, um die Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Ich würde sogar noch weiter gehen und es als 'a universal and golden instrument' bezeichnen, das das Potenzial hat, nicht nur in den Mitgliedstaaten, sondern weltweit implementiert zu werden", so Wurm.

Konvention zum Download:
http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/convent
ion/Convention%20210%20German%20&%20explanatory%20report.pdf;
Link zur Seite des parlamentarischen Netzwerks "Women Free from Violence":
http://assembly.coe.int/main.asp?link=/Communication/Campaign/Domesti
cViolence/Newdefault_EN.asp (Schluss) bj/sl/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0006