Erbschaften und Schenkungen: was kommt 2014 auf uns zu?

Wien (OTS) - Im Zuge der Regierungsverhandlungen, ist immer mehr der Ruf nach einer Reichensteuer zu vernehmen. Neben einer klassischen Vermögensteuer wäre darunter auch die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer zu verstehen. Wenn man daher ohnehin in absehbarer Zeit eine Schenkung geplant hatte, sollte man sich jetzt überlegen, ob man dies nicht noch auf Ende 2013 vorziehen möchte.

Aus den Regierungsverhandlungen ist in den letzten Tagen vermehrt zu hören, dass einerseits nach Möglichkeiten gesucht wird um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Anderseits wird auch immer offener über mögliche Gegenfinanzierungsmaßnahmen nachgedacht. Schon im Vorwahlkampf ist der Ruf nach einer Vermögensteuer bzw. einer Erbschafts- und Schenkungssteuer immer lauter geworden. Nicht zuletzt aufgrund der sehr hohen Abgabenbelastung in Österreich, lehnt die Kammer der Wirtschaftstreuhänder die Einführung neuer Steuern ab. Derzeit liegt Österreich mit einer Steuer- und Abgabenlast von rund 44,3% im Jahr 2012 an fünfthöchster Stelle an der EU und damit weit über dem EU-Durchschnitt. Aus steuerplanerischer Sicht ist es aber sinnvoll, künftige Steuerüberlegung der Parlamentsparteien und Auswirkungen der Rechtsprechung in die Steuerplanung mit einzubeziehen.

Für alle jene, die in nächster Zeit einen Vermögensübergang planen sollten, nachfolgend eine kurze Darstellung der derzeitigen Situation.

Derzeitige Rechtslage

Seit 1.1.2008 gibt es in Österreich keine Steuererhebung für Erbschaften und Schenkungen mehr. Bei der Schenkung von Vermögenswerten besteht seitdem nach dem Schenkungsmeldegesetz die Verpflichtung der Finanzbehörde die Schenkung zu melden. Eine Steuerpflicht tritt damit aber nicht ein. Im Schenkungsmeldegesetz sind aber einige Erleichterungen vorgesehen. Beispielsweise ist die Schenkung zwischen Angehörigen bis zu einem Wert von Euro 50.000,-innerhalb eines Jahres auch von der Meldepflicht befreit. Zwischen anderen Personen darf ohne Meldung bis zu Euro 15.000,- innerhalb von fünf Jahren geschenkt werden. Erbschaften oder Schenkungen von Liegenschaften sind von dieser Verpflichtung ausgenommen.

Schenkung von Liegenschaften

Die Schenkung von Liegenschaften unterliegt aber weiterhin der 3,5%igen bzw. bei nahen Angehörigen der 2%igen Grunderwerbsteuer. Bemessungsgrundlage bei einer Schenkung ist der dreifache Einheitswert. Dies ist allerdings auch nur mehr bis 1.6.2014 gültig. Der Verfassungsgerichtshof hat in einer Entscheidung die Bemessung der Grunderwerbsteuer als verfassungswidrig erklärt. Bis Mitte 2014 muss daher die neue Regierung über eine neue Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer entschieden haben, sonst läuft diese Regelung so wie die Erbschafts- und Schenkungssteuer aus. Aus der momentanen Budgetdiskussion heraus, ist eher davon auszugehen, dass die Neuregelung mit einer höheren Steuerbelastung einher gehen wird.

Gemischte Schenkung

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn eine gemischte Schenkung geplant sein sollte. Für die steuerliche Beurteilung ist es wichtig, ob im Zuge der Schenkung beispielsweise auch eine Übernahme von bestehenden Verpflichtungen erfolgt ist. Dabei muss überprüft werden, ob der Schenkungscharakter (unentgeltliche Übertragung) oder der Entgeltlichkeitscharakter (Vorliegen eines Leistungsaustausches) überwiegt. Der Verkehrswert der Immobilie wird dem Verkehrswert der Gegenleistung gegenübergestellt. Als Gegenleistung muss beispielsweise ein übernommener Kredit oder die Übernahme einer Auszahlungsverpflichtung an Geschwister berücksichtig werden. Beträgt die Gegenleistung mehr als 50% des Verkehrswertes der Liegenschaft, dann entsteht ein Veräußerungsgewinn, der mit 25% zu versteuern ist.

Überblick

Erbschaften (ausgenommen Liegenschaften) derzeit steuerfrei Schenkung (ausgenommen Liegenschaften) derzeit steuerfrei aber Meldepflicht abhängig vom Wert der Schenkung und des Verwandtschaftsgrades Schenkung bzw Erbschaft von Grunderwerbsteuer iHv 3,5% Liegenschaften bzw. bei nahen Angehörigen 2% fällt an. Gemischte Schenkung einer Liegenschaft Übersteigt die Gegenleistung 50% des Verkehrswertes der Liegenschaft, dann ist die neue Immo-ESt zu berücksichtigen.

Wer daher ohnehin plant in nächster Zeit seine Angehörigen mit einer Schenkung zu bedenken, sollte den Zeitpunkt sehr sorgfältig planen und sich überlegen, ob eine Schenkung nicht noch unter derzeitiger Rechtslage sinnvoll ist. Für die weitere Detailplanung hilft Ihnen Ihr Steuerberater jederzeit weiter.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Elisabeth Riener-Micheler
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