Junge Industrie zu Pensionseinigung: Schall und Rauch, aber keine strukturellen Maßnahmen

JI-Bundesvorsitzende Niss: Bonus-Malus klare Themenverfehlung - Aufschläge ohne Abschläge sinnlos - Gleichberechtigung für Frauen einmal mehr aufgeschoben

Wien (OTS) - Ein "klares Ungenügend" müsste man den Koalitionsverhandlern für die kolportierte Einigung im Pensionsbereich ausstellen, so die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Dr. Therese Niss. "Eine Bonus-Malus-Quote ist eine absolute Themenverfehlung. Die Unternehmen schätzen die älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wollen sie auch so lange wie möglich behalten, wie wir aus Umfragen wissen. Das Hauptproblem ist:
88 Prozent der Menschen wollen so früh wie möglich in Pension. Was das System erlaubt wird also auch genutzt." Aus diesem Grund sei auch die Einigung auf höhere Zuschläge nicht wirklich bemerkenswert. "Was bringen höhere Aufschläge ab 65 bzw. 60 wenn wir beim faktischen Antrittsalter im Durchschnitt noch weit unter 60 Jahren liegen? Ohne gleichzeitig höhere Abschläge bei Frühpensionierungen einzuführen, ist das sinnlos", betonte Niss. Echte strukturelle Veränderungen im System seien hier einmal mehr unterlassen worden.

Im Grunde handle es sich hier somit nur um eine "populistische Beruhigungspille", so die Bundesvorsitzende: "In ein paar Jahren will man dann eben mal nachschauen, ob die Maßnahmen wirken, und dann vielleicht irgendwie wirkungsvolle Maßnahmen setzen. Warum nicht gleich ordentliche Reformen? Die Weiterwurstelei wird damit, wie ja ebenso im Bereich der Bildung oder allgemein der Standortpolitik, zum Standard heimischer Pensionspolitik erhoben", so Niss. Ebenso sei es sehr bedauerlich, dass "es wieder keine Gleichberechtigung für Frauen geben wird. Viele Frauen wollen länger arbeiten. Alle Experten sind sich einig, dass man das Frauenpensionsantrittsalter früher anpassen müsste." Sollte es bei den kolportierten Maßnahmen im Pensionsbereich bleiben, so sei jedenfalls eines klar, wie die Bundesvorsitzende betonte: "Die Pensionsdiskussion wird uns wohl noch viele Jahre und Jahrzehnte begleiten. Die Zeche zahlen dann wir Jungen."

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