Schennach: Weltdemokratieforum macht Paradigmenwechsel sichtbar

"Internet Democracy" stellt Herausforderung der Zukunft dar - Politik muss Jugend Perspektiven geben

Straßburg (OTS/SK) - In seiner Rede beim Weltdemokratieforum erklärte der österreichische Teilnehmer, SP-Bundesrat und Mitglied des Europarates Stefan Schennach, dass die europäischen Trends bis 2030 eine große Herausforderung für traditionelle Parteien hinsichtlich des Alltags von Demokratie darstellen. "Das Prinzip 'eine Person -eine Stimme' wird mit Sicherheit bald der Vergangenheit angehören. Es findet ein Paradigmenwechsel statt. Bereits jetzt werden unterschiedliche Ansätze praktiziert, bei denen es jenseits von Protest um die konstruktive Mitwirkung der Bevölkerung bei der Mitbestimmung geht - Stichwort 'internet democracy', 'liquid democracy', 'crowdsourcing'", so Schennach. Die rasche, direkte und unmittelbare Form der Internet-Demokratie werde künftig "eine Schlüsselrolle spielen", entspreche sie doch der Sprache der Jugend, so der Europasprecher der SP im Bundesrat.****

Schennach verwies in seiner Rede auf die kritischen Eckpunkte der derzeitigen Entwicklungen: "Der sekundäre Analphabetismus wächst. Das Bildungssystem und die Integrationsmaßnahmen müssen adäquate Antworten auf die Zunahme von Migration finden." Die Hälfte der Menschen werde in Zukunft in Städten leben, die Tendenz zu Single-Haushalten steige, auch die Form der Arbeit befinde sich im Wandel, Mobilität spiele eine immer wichtigere Rolle. "Die Herausforderungen an die jungen Menschen wachsen und damit auch deren Zukunftsängste", so Schennach.

Vor diesem Hintergrund biete die Entwicklung der Internet-Demokratie viele Chancen, berge aber auch Risiken. Denn im Zeitalter der Internet-Demokratie bestehe die Gefahr, dass sich in Entscheidungsprozessen verstärkt Minderheiten gegenüber Mehrheiten durchsetzen. "Hier gilt es, wachsam zu sein und eine Balance zu halten", mahnte Schennach. Gerade die Schnelligkeit des Internets stelle in Bezug auf demokratische Prozesse eine große Herausforderung dar.

Um die junge Wählerschaft nicht zu verlieren, müsse die Politik einerseits diese Trends berücksichtigen, andererseits dafür sorgen, dass die Jugend durch Beschäftigung echte Zukunftsperspektiven habe, betonte Schennach. "Nichts kann wichtiger sein als Jugendbeschäftigung. Eine Jugend ohne Vision an Europa und ohne Zuversicht in die Zukunft ist gefährlicher als jede Währungs- oder Wirtschaftskrise", mahnte Schennach. "Die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit, von Praktika und prekären Beschäftigungsverhältnissen als Joblösungen, ist die Voraussetzung für die positive Weiterentwicklung und das Empowerment für die Jugend in der Demokratie", so Schennach abschließend. (Schluss)sc

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