OÖNachrichten-Leitartikel: "Volkswirtschaftlich sinnvoll schenken", von Dietmar Mascher

Ausgabe vom 30. November 2013

Linz (OTS) - Bei Statistiken zum Thema Weihnachtsgeschäft kann man eine gewisse Nähe zur doch recht abenteuerlichen Berechnungsmethodik von Budgetlöchern nicht leugnen. Alle Jahre wieder wird prognostiziert, wie sich das Geschäft entwickelt. Am Ende kommt dann meist dieselbe Zahl heraus, einmal inflationsbereinigt, einmal nicht. Wenn Mitte Dezember der Ausverkauf unter anderem Namen (Mid-Season-Sale) beginnt, kann man erahnen, dass das Weihnachtsgeschäft doch nicht so berauschend läuft, wie mancher Händler das zuvor zweckoptimistisch kundgetan hat.
Sie haben natürlich völlig Recht, wenn Sie jetzt einwenden, zu Weihnachten dürfe es nicht um Konsum gehen. Es ist das Fest der Liebe. Wenn man einander etwas schenkt, dann Zeit oder etwas Selbstgebasteltes. Volle Konzentration auf Ruhe und Einkehr!
Schafft man es aber nicht, diesen hehren Ansprüchen zu genügen, kann man zumindest versuchen, seine Geschenke so zu kaufen, dass man volkswirtschaftlich etwas Gutes tut. Indem man Arbeitsplätze sichert und die Umsatzsteuer dem eigenen Fiskus gönnt.
Dazu sollte man sich vor Augen führen, wie viel Wertschöpfung im eigenen Land das Geschenk enthält und unter welchen Umständen es produziert wurde. Nicht immer ist das so einfach. Bestimmte Dinge werden einfach nicht mehr in Österreich hergestellt.
Zumindest kann man aber mitunter entscheiden, wo man ein Produkt einkauft. Der Onlinehandel wird heuer wieder deutliche Zuwächse vermelden. Dass das für Österreich Anlass zum Jubel ist, wenn Amazon und andere internationale Versender dem stationären Handel überdurchschnittlich Geschäft abspenstig machen, muss bezweifelt werden. Und wer nur noch im Ausland bestellt und dann den Niedergang der Orts- und Stadtzentren betrauert, weil die Geschäfte nach der Reihe zusperren, ist ein Heuchler.
Mit volkswirtschaftlich sinnvollem Schenken tut man sich selbst auch Gutes. Letztlich ist das Budgetloch etwas kleiner als befürchtet, die staatliche Belastungswelle könnte weniger heftig ausfallen, die kalte Progression tut dann vielleicht weniger weh.
P.S.: Sollten Sie nicht warten wollen, etwas zu schenken, haben wir gute Nachrichten: Dieser Zeitung liegt ein Zahlschein fürs OÖN-Christkind bei. Eine ideale Kombination aus sozialem Engagement und volkswirtschaftlich klugem Handeln.

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