"Wiener Zeitung": Verbot von Sterbehilfe kommt in Verfassung

SPÖ und ÖVP einig - Recht auf palliativmedizinische Sterbebegleitung

Wien (OTS) - Bei den Themen Finanzen, Bildung und Pensionen spieß es sich seit Wochen in den Verhandlungen von SPÖ und ÖVP über die Fortsetzung ihrer Regierungskoalition. Bei einem anderen Thema haben sich die beiden Parteien dagegen geeinigt: Das Verbot von Sterbehilfe soll in der Verfassung verankert und gleichzeitig ein Anspruch auf palliativmedizinische Sterbebegleitung einfachgesetzlich festgeschrieben werden, das erfuhr die "Wiener Zeitung" aus verlässlicher Quelle aus den Verhandlerkreisen.

Damit beschreitet Österreich in einer hochsensiblen gesellschaftspolitischen Frage einen gegensätzlichen Weg zum vorherrschenden europäischen Trend. Zwar ist bereits jetzt die aktive Sterbehilfe strafrechtlich mit bis zu fünf Jahren Haftandrohung unter Strafe, erlaubt ist nach derzeitigem Recht die indirekte sowie passive Sterbehilfe, wenn sie zweifelsfrei dem Willen des Betroffenen entspricht. Demgegenüber nimmt die Zahl jener Länder zu, in denen auch die aktive Sterbehilfe zulässig ist, derzeit ist dies in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg in Europa der Fall. In Belgien wird sogar über Sterbehilfe für Minderjährige diskutiert.

Erfreut über die Einigung zeigt sich Caritas-Präsident Michael Landau: "Menschen sollten an der Hand eines Menschen sterben, nicht durch die Hand eines Menschen", ist er überzeugt. Kritik kommt dagegen vom Philosophen Peter Kampits, für den "der Staat nichts am Sterbebett seiner Bürger verloren hat".

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rbot-der-Sterbehilfe-soll-in-die-Verfassung.html

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