Durchbruch bei Tarifverhandlungen zwischen Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkasse

Grünes Licht für Kinderpsychiatrie und Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Wien (OTS) - Nach langwierigen und schwierigen Verhandlungen haben sich die Ärztekammer für Wien und die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) auf einen neuen Tarifabschluss für die Jahre 2013 und 2014 geeinigt. Neben den finanziellen Rahmenbedingungen wurden damit auch wesentliche gesundheitspolitische Entscheidungen fixiert.

Der Abschluss umfasst für beide Jahre ein Honorarvolumen von insgesamt 948 Millionen Euro. Das entspricht im Jahr 2013 einer Steigerung von 3,99 Prozent, 2014 werden es 3,77 Prozent sein. Darin berücksichtigt ist eine erwartete Zunahme von Patientenbesuchen bei Allgemeinmedizinern und Fachärztinnen und -ärzten im Ausmaß von jeweils rund zwei Prozent pro Jahr.

WGKK-Obfrau Ingrid Reischl: "Es macht einen Kompromiss aus, dass beide Seiten nicht restlos zufrieden sein können. Für die Wienerinnen und Wiener ist die Gesundheitsversorgung jedenfalls auf gewohnt hohem Niveau gesichert."

"Die Verhandlungen verliefen aufgrund der Rahmenbedingungen der Gesundheitsreform unter denkbar ungünstigen Vorzeichen. Wien ist eine wachsende Großstadt, und dieser Entwicklung muss man auch mit einer entsprechenden Versorgung gerecht werden können", so der Chefverhandler und Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, Johannes Steinhart.

Kinderpsychiatrie auf Krankenschein

Ein wesentlicher Punkt des jüngsten Abschlusses ist der Ausbau der Versorgung mit Kinder- und Jugendpsychiatern. Schon im kommenden Jahr werden erstmals sechs Kassenstellen im niedergelassenen Bereich ausgeschrieben. Vereinbart wurde in diesem Zusammenhang, dass die Fachärztinnen und -ärzte bei Einzelordinationen zumindest 26 Stunden pro Woche offen halten müssen - bei Gruppenpraxen sind mindestens 37 Stunden vorgesehen.

"Diese neuen Kassenplanstellen sind ein Meilenstein in der kinder-und jugendpsychiatrischen Versorgung in Wien, für den wir lange gekämpft haben", erklärt Steinhart. "Wir sind sehr zufrieden, dass hier nun eine Lösung gefunden wurde." Reischl dazu: "Für die betroffenen Familien bedeutet das eine große Erleichterung. Zumal wir gemeinsam mit der Stadt Wien das Angebot in diesem Bereich schon in jüngster Vergangenheit stetig ausgebaut haben."

Grünes Licht für Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Mit der gestrigen Einigung steht auch der Umsetzung des nationalen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms von Seiten Wiens nichts mehr im Wege. Reischl: "Ich bin froh, dass nun auch die Ärztekammer in Wien bei diesem so wichtigen Projekt mit im Boot ist und ich bin zuversichtlich, dass wir bald mit dem Programm starten können."

Steinhart: "Wir begrüßen es sehr, dass die Gebietskrankenkasse erkannt hat, dass es unumgänglich ist, nicht nur die Radiologen, sondern auch die Gruppe der Allgemeinmediziner und Gynäkologen einzubinden. So gibt es nun entsprechende Rahmenbedingungen für alle beteiligten Facharztgruppen."

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