GPA-djp offensiv für Beschäftigte in Einkaufszentren

Arbeitsbedingungen im Dialog mit den Centerbetreibern nachhaltig verbessern

Wien (OTS/ÖGB) - Mit der Präsentation der Ergebnisse einer Befragung von etwa 2.000 Beschäftigten in 70 Einkaufszentren startet die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) eine Initiative zur Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Österreichs Einkaufszentren. GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian forderte die Betreiber der Center auf, die Wünsche und Bedürfnisse der Beschäftigten ernst zu nehmen und in einen konstruktiven Dialog zur nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu treten.++++

Insgesamt arbeiten rund 75.000 Angestellte in über 8.000 Betrieben in 218 Einkaufszentren in Österreich. Im Unterschied zu einem klassischen Handelsbetrieb, mit einem Arbeitgeber und einem Betriebsrat, ist es im Einkaufszentrum der Betreiber, der Geschäftslokale vermietet und entsprechende Rahmenbedingungen vorgibt. Das Bindeglied zwischen ArbeitnehmerInnen und der Centerleitung fehlt, da es nicht möglich ist, einen Betriebsrat für alle zu wählen.

Die Befragungsergebnisse weisen auf zum Teil erhebliche Probleme bei den Arbeitsbedingungen hin. So bezeichnen etwa 16 % der Befragten die Öffnungszeiten als "sehr belastend", weitere 35 % als "gerade noch vertretbar". 35,2 % bezeichnen sie als "passend", nur 13,5 % als "gut geregelt". Insgesamt geben fast 40 % der Befragten an, mit dem eigenen Pkw zur Arbeit fahren zu müssen, fast 20 % der Befragten müssen für das Parken bezahlen. Ein Problem stellt für viele Beschäftigte in Einkaufszentren auch die Ausstattung der Aufenthaltsräume an ihrem Arbeitsplatz dar: 19 % der Befragten in Oberösterreich bezeichnen den Zustand beispielsweise als "katastrophal". In einigen Einkaufszentren scheinen die Aufenthaltsräume nicht allen Beschäftigten zur Verfügung zu stehen. Fast jede/r zweite Befragte, nämlich 42 %, gibt an, dass die Belüftung am Arbeitsplatz nicht ausreichend ist. Die Befragten geben weiters grundsätzlich an, dass es genügend sanitäre Einrichtungen gibt (80%), die für 83 % auch leicht zu erreichen sind. Jedoch fallen zwei Einkaufszentren mit großen Abweichungen zum bundesweiten Ergebnis besonders negativ auf: In der Shopping City Süd (Vösendorf) gibt fast jede/r zweite Befragte an, dass es nicht genügend sanitäre Einrichtungen gibt und diese nicht leicht für sie erreichbar sind. In der Lugner City ist das für etwa ein Drittel der Befragten der Fall.

"Wir fordern daher eine bessere Erreichbarkeit und ausreichende Parkmöglichkeiten für die Beschäftigten. Bei Neu- und Umbauten müssen die Bedürfnisse nach ausreichenden sanitären Einrichtungen und guter Belüftung berücksichtigt werden. Shuttelbusse, die für Kunden fahren, sollen auch ArbeitnehmerInnen zur Verfügung stehen. Wir fordern, dass dieses Service des Einkaufszentrums schon vor dem Öffnen der Geschäfte für die ArbeitnehmerInnen zur Verfügung steht," erklärt die zuständige Wirtschaftsbereichssekretärin Anita Palkovich.

"Auch die Beschäftigten in Einkaufszentren haben das Recht auf einen gewissen Arbeitszeitwohlstand. Ihre langen Öffnungszeiten dürfen nicht zu "auseinandergerissenen" Arbeitszeiten oder zu Unzufriedenheit über die Qualität der Arbeitszeitgestaltung aus anderen Gründen führen. Auch an den bestehenden Zuschlägen für besondere Arbeitszeiten darf nicht gerüttelt werden", sagt der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner.

Die Gestaltung all dieser Problemfelder liegt bei der Centerleitung. "Wir fordern deswegen alle Centerbertreiber und Geschäftsinhaber zu einem echten Dialog auf, um in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Betriebsratskörperschaften und mit der Gewerkschaft alle Arbeits- und Rahmenbedingungen arbeitnehmerInnenfreundlich und gesetzeskonform zu gestalten", so der Vorsitzende der GPA-djp Wolfgang Katzian.

"In diesem Sinne fordert die GPA-djp von allen Centerbetreibern, dass - entsprechend der österreichischen Rechtslage - BetriebsrätInnen, ehrenamtliche GPA-djp VertreterInnen und hauptamtliche Beschäftigte der GPA-djp Einkaufszentren betreten dürfen, um in Kontakt mit Beschäftigten zu treten ", ergänzt der stv. Bundgeschäftsführer der GPA-djp, Karl Proyer.

Die GPA-djp wird im Sommer 2014 erneut eine Umfrage zum Thema Arbeitszeit durchführen, um den Status Quo in Einkaufszentren unter die Lupe zu nehmen, kündigen Katzian und Proyer abschließ0end an:
"Die Betreiber können sich auch hier nicht aus ihrer Verantwortung stehlen!"

Rückfragen & Kontakt:

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martin Panholzer
Tel.: 05 0301-21511
Mobil: 05 0301-61511
E-Mail: martin.panholzer@gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0005