AK-Kinderbetreuungsatlas 2013: Wieder Verbesserungen, aber noch immer 204 Gemeinden mit unzureichenden Öffnungszeiten

Linz (OTS) - Neuerliche Fortschritte gibt es beim Kinderbetreuungsangebot in Oberösterreich: Die Zahl der "1A-Gemeinden" ist von 59 auf 67 gestiegen, insgesamt 76 Gemeinden haben ihr Angebot verbessert. Dennoch klaffen noch immer riesige Lücken. So hat in 204 Gemeinden der Kindergarten maximal acht Stunden geöffnet, in 122 Gemeinden gibt es im Kindergarten kein Mittagessen. Auch bei Krabbelstuben und Ganztagsschulen sieht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer großen Nachholbedarf: "Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sondern auch um bessere Bildungschancen für unsere Kinder."

Vor 14 Jahren hat die Arbeiterkammer Oberösterreich den ersten Kinderbetreuungsatlas präsentiert. Seither ist das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden viel besser geworden. Allerdings fallen immer noch nur 67 Gemeinden (15,1 Prozent) in die Kategorie 1A. Das bedeutet, dass diese Gemeinden einen Kindergarten haben, dessen Öffnungszeiten beiden Elternteilen eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen, und dass es außerdem eine Betreuung für Volksschulkinder und Unter-Dreijährige gibt.

Noch immer gibt es in vier Bezirkshauptstädten (Gmunden, Perg, Rohrbach und Schärding) kein 1A-Angebot, noch immer gibt es zwei Bezirke (Rohrbach und Schärding) ohne eine einzige 1A-Gemeinde.

In 83 Gemeinden (18,7 Prozent) gibt es keine Betreuung für Unter-Dreijährige. Das heißt im Umkehrschluss, dass es mittlerweile in 81,3 Prozent der Gemeinden ein Angebot für Kleinkinder gibt. Im Jahr 2000 hatten nicht einmal 9 Prozent der Gemeinden ein solches Angebot.

Grund zum Jubeln ist das allerdings nicht. Denn der Kinderbetreuungsatlas erhebt nur, ob es bestimmte Angebote in den einzelnen Gemeinden gibt und ob diese Angebote bestimmte Kriterien erfüllen. "Wir können leider nicht die konkrete Bedarfssituation in 444 Gemeinden erheben", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Das heißt: Selbst in einer 1A-Gemeinde kann es einen ungedeckten Bedarf an Betreuungsplätzen geben.

In der Tat hinkt Oberösterreich bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen nach. 2012 waren nur knapp 12 Prozent der Kinder unter drei Jahren in institutioneller Betreuung. Im Österreich-Schnitt waren es 20,8 Prozent. Vom Barcelona-Ziel der Europäischen Union (Betreuungsplätze für 33 Prozent der Unter-Dreijährigen) ist Oberösterreich immer noch weit entfernt. AK-Präsident Kalliauer: "Die Betreuung für die Kleinsten muss auch deshalb rasch ausgebaut werden, weil gerade die frühkindliche Förderung entscheidend ist für spätere Bildungserfolge."

Der Ausbau von Ganztagsschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wäre in der anhaltenden Wirtschaftsflaute auch deshalb wichtig, weil dadurch viele Arbeitsplätze geschaffen würden - nicht nur in den Einrichtungen selbst, sondern auch in der Baubranche.

Eines steht jedenfalls fest: Der Kinderbetreuungsatlas 2013 wird nicht der letzte sein. "Wir sind stolz darauf, dass wir mit diesem Instrument den Anstoß für viele Verbesserungen gegeben haben. Wir freuen uns über jeden Fortschritt. Aber erst wenn es ein flächendeckendes, hochqualitatives Angebot für Kinder aller Altersgruppen gibt, kann von einer echten Wahlfreiheit für die Eltern die Rede sein. Und davon sind wir noch immer weit entfernt", so Kalliauer.

Die Detailauswertung finden Sie auf http://ooe.arbeiterkammer.at. Der heuer bereits zum zweiten Mal erstellte interaktive Kinderbetreuungsatlas 2.0 macht zudem die Veränderungen der letzten 14 Jahre sichtbar und bietet die Möglichkeiten, durch Anklicken der Heimatgemeinde die aktuelle Situation abzurufen.

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