Politische Kommunikation, Kultur und Wissenschaft im Medienwandel

Tagung der Medienarchive Austria & Mediathek - Pig: "Mediennutzung wird selektiver" - Wiedermann: "Inhalte mit Mehrwert sind gefragt"

Wien (OTS) - Mit der Herausforderung, Wissenschaft und Kultur zu virtualisieren, beschäftigten sich Archivare und Kulturexpertinnen gestern, Donnerstag, auf der Tagung "Authentisch im Netz?" der Medienarchive Austria (maa) und der Österreichischen Mediathek im Technischen Museum Wien (TMW). Digitalisierung sei für Archive und Museen geradezu eine Pflicht und verbessere nachhaltig die wissenschaftliche Dokumentation einer Sammlung, stellte TMW-Direktorin Gabriele Zuna-Kratky eingangs fest.

In der Keynote griff der designierte APA-Geschäftsführer und Politikwissenschafter Clemens Pig das Thema der politischen Kommunikation in Zeiten der Mediendigitalisierung heraus und stellte die Frage: "Gibt es denn noch so etwas wie 'Öffentlichkeit', die durch Massenmedien hergestellt werden kann?" Immer weniger, so Pigs Befund, auch wenn Themen aus den klassischen Medien im deutschsprachigen Raum hochgradig die Inhalte in Blogs und Social Media bestimmen.

"Die Mediennutzung, insbesondere der jüngeren Generation der unter 30-Jährigen, ist gekennzeichnet durch eine sehr selektive Nutzung von fragmentierten Inhalten, die im Moment gerade interessieren", so Pig. Dies macht es für Medien schwieriger, durch Packages die Nutzerinnen und Nutzer auch mit Werbung zu erreichen und dadurch ihre Geschäftsmodelle zu kapitalisieren. Andererseits verlieren auch die Medienkonsumenten den Blick auf alles, was nicht unmittelbar in ihrem momentanen Horizont aufscheint, was sie allerdings aus demokratiepolitischer Sicht möglicherweise erfahren sollten.

Die "Einfachheit des Findens" war ein Schlagwort bei der von Siegfried Steinlechner (ORF Archive und Dokumentation) moderierten abschließenden Podiumsdiskussion. Attraktive Inhalte mit Mehrwert würden stark nachgefragt, dafür seien Kunden auch bereit, zu bezahlen, betonte APA-DeFacto-Geschäftsführerin Waltraud Wiedermann. Der größte Medien- und Fachdatenbankanbieter Österreichs mache "rund 90 Prozent der Datenbankumsätze mit Artikeln vom aktuellen Tag, die meistens irgendwo kostenlos verfügbar sind. Das zeigt, dass Menschen bereit sind, gute Aufbereitung, Service und Zusatzinformationen zu honorieren, etwa welche Reichweite ein Artikel oder Blogbeitrag hat", so Wiedermann.

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