Walser: Gesamtschule light ist besser als jetzige Situation

Grüne fordern einen nationalen Bildungsgipfel

Wien (OTS) - "Es ist ein typischer österreichischer Kompromiss, der sich da abzeichnet", kommentiert Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, die aus Verhandlungsseite durchgesickerten Pläne einer Gemeinsame Schule bis zum 12. Lebensjahr. "Warum sind eigentlich die Befindlichkeiten der Parteien und nicht die Bedürfnisse von Kindern und ihren Eltern die Richtschnur für bildungspolitische Entscheidungen? Es ist schade, dass wir die jetzige Situation nicht für die von allen Expertinnen und Experten geforderte grundlegende Reform nutzen", sagt Walser. Dennoch sei eine "Gesamtschule light" immer noch besser als jetzige Situation.

SPÖ und ÖVP haben leider nicht die Kraft und den notwendigen Willen für eine wirkliche Richtungsentscheidung, erinnert Walser an die gleichzeitig bekannt gewordenen Pläne zur Kürzung der Ressourcen für die Neue Mittelschule. "Die Neue Mittelschule wurde ohne Evaluierung ins Regelschulwesen übernommen, nach nur einem Jahr werden wieder ohne jede Evaluierung anscheinend die Bedingungen verschlechtert. Es ist ein Trauerspiel", meint Walser.

Zudem warnt der Grüne Bildungssprecher davor, derartige Eingriffe ins Bildungssystem erneut im stillen Kämmerlein zu beschließen. "Mangelnde Transparenz ist für das Chaos in vielen Bereichen verantwortlich - von der Zentralmatura über die Lehrerausbildung bis zum neuen Dienstrecht. Ohne jedes Gesamtkonzept werden Einzelmaßnahmen gesetzt, die nicht aufeinander abgestimmt sind und sich teilweise sogar widersprechen. Das Ergebnis sind frustrierte Kinder, Eltern und Lehrkräfte", sagt Walser und ergänzt: "Es braucht einen nationalen Bildungsgipfel unter Einbeziehung aller relevanten gesellschaftlichen Kräfte, um die notwendigen Reformschritte breit abzusichern. Bildungspolitik muss raus aus den ideologischen Schützengräben!".

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