Süßwarenindustrie unterstützt fairen Handel mit Kakaoerzeugnissen

Fachverband der Lebensmittelindustrie nimmt seine Verantwortung bei der Produktion von Schokolade ernst und will bessere Vernetzung erreichen

Wien (OTS/PWK850) - Die Süßwarenindustrie verurteilt seit Jahren vorbehaltlos jede Form von missbräuchlicher Ausnutzung und insbesondere die Ausbeutung durch Kinderarbeit. In den Leitbildern der einzelnen Unternehmen verpflichten sich diese zu fairem und gerechtem Handeln gegenüber allen Partnern. Der Befolgung nachhaltiger Verhaltensregeln messen die Hersteller deshalb auch bei der Beschaffung der Rohmaterialien einen großen Stellenwert bei. Das beinhaltet die Beachtung sozialer und gesellschaftlicher Aspekte wie Arbeitsbedingungen und Einkommen der Bauern in den Anbauländern, die Unterstützung und Förderung von umweltgerechten Produktionsbedingungen sowie die Bezahlung von ausgewogenen Preisen für Rohmaterialien, die unverzichtbaren Qualitätsvorgaben entsprechen.

"Die österreichische Süßwarenindustrie nimmt ihre Verantwortung bei der Produktion von Kakao- und Schokoladeerzeugnissen ernst", erklärt Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie. "Die verschiedenen Anstrengungen von Industrieverbänden und Nicht-Regierungs-Organisationen haben im Grunde dieselbe Zielsetzung: Ausbeuterische Kinderarbeit massiv zu reduzieren bzw. zu verhindern. Um in Österreich eine bessere Vernetzung der Akteure zu erreichen, lädt der Fachverband demnächst zu einem Round Table-Gespräch ein. Vorbild für diese gemeinsame Plattform kann das Forum Nachhaltiger Kakao in Deutschland sein."

Nachhaltigkeit in der Kakaoproduktion

Die Betriebe der österreichischen Süßwarenbranche unternehmen verschiedenste Anstrengungen, mit denen sie höchste Qualität bei ihren Spezialitäten sowie bei den bezogenen Vorprodukten garantieren und dabei nachhaltig positive Entwicklungen in den Kakaoanbauländern fördern und unterstützen.

Die Herausforderungen, mit denen Kakaobauern weltweit konfrontiert sind, können nicht von einer Regierung, einem Unternehmen oder einer Organisation allein gelöst werden. Darum arbeiten Unternehmen der Kakaoindustrie eng mit den Regierungen vor Ort zusammen, um z.B. effektive public-private partnerships zu etablieren. Erfolgreiche Allianzen mit glaubwürdigen und erfahrenen gemeinnützigen Organisationen tragen dazu bei, die Bedingungen auf Kakaofarmen und den Gemeinschaften, die vom Kakaoanbau leben, zu verbessern.

Unternehmen und Interessensorganisationen der EU-Süßwarenindustrie - und mit ihnen österreichische Hersteller - haben in den letzten zehn Jahren (2001 bis 2011) mehr als 55 Mio. Euro in verschiedene Programme und Projekte zur Förderung des nachhaltigen Kakaoanbaus investiert und unterstützen bzw. kooperieren mit Organisationen, die sich für faire Produktionsbedingungen einsetzen.

Internationale Partnerschaften

Repräsentanten der weltweiten Schokoladen- und Kakaowirtschaft legten mit der Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls 2001 den Grundstein für die Gründung der International Cocoa Initiative (ICI). ICI ist eine Stiftung, die von Partnern aus Kakaoindustrie und Bürgerorganisationen ins Leben gerufen wurde. Die umfassende Strategie der ICI beinhaltet gemeindebasierte Lösungen, die den Familien eine positive nachhaltige Veränderung ermöglicht und sicherstellt, dass ihre Kinder zur Schule gehen können (www.cocoainitiative.org).

Die World Cocoa Foundation (WCF) ist eine Partnerschaft zwischen Kakao verarbeitender Industrie, Regierungsstellen, internationalen Vereinigungen, Handelsorganisationen und Nichtregierungs-Organisationen (http://worldcocoafoundation.org). Das wirtschaftliche Ziel dieser Zusammenarbeit besteht darin, eine stabile und sichere Versorgung mit Kakao zu gewährleisten. Das geschieht einerseits durch Maßnahmen zur umweltverträglichen Erhöhung der Erträge und zur Reduktion von Ernteverlusten, andererseits durch die Sicherstellung einer lebenswerten Einkommenssituation der Kakaobauern in Afrika, Lateinamerika und Asien.

Bei der ersten World Cocoa Conference in Abidjan/Elfenbeinküste im November 2012 haben die Regierungen Kakao produzierender Länder, Kakao- und Schokoladeunternehmen und andere internationale und europäische Organisationen die "Abidjan-Declaration" unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die Industrie zur Zusammenarbeit mit den Partnern der Lieferkette, um die Produktion von nachhaltigem Kakao zu fördern.

Weiters engagieren sich Unternehmen der Süßwarenindustrie im Rahmen firmeninterner Programme für eine nachhaltige Lieferkette und unterstützen Projekte wie Forum Nachhaltiger Kakao (Deutschland), Rainforest Alliance, etc. und lassen sich nach internationalen Standards zertifizieren (z.B. UTZ).

Lebensmittelwirtschaft in Österreich

Die Lebensmittelindustrie zählt in Österreich zu den wichtigsten Industriezweigen und sichert im Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und leistbaren Lebensmitteln und Getränken. Die rund 200 meist mittelständischen Unternehmen der Lebensmittelindustrie mit ihren 26.400 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2012 ein Produktionsvolumen in Höhe von 8 Mrd. Euro. Lebensmittel "Made in Austria" werden in 180 Länder der Welt exportiert.
Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch umfassende Informationsangebote, Beratungsleistungen und internationale Vernetzung dabei, weiterhin den gewohnt hohen Grad an Lebensmittelsicherheit, Qualität und Genuss unserer Lebensmittel anbieten zu können. (KR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband der Lebensmittelindustrie
Mag. Katharina Koßdorff
Telefon: +43 1 712 21 21 14
Fax: +43 1 712 21 21 35
E-Mail: k.kossdorff@dielebensmittel.at

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