Grüne Frauen Wien/Wurzer: Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafrecht streichen

40 Jahre nach Einführung der Fristenregelung Recht auf Schwangerschaftsabbruch umsetzen

Wien (OTS) - "Ich bin für die Streichung des Schwangerschaftsabbruchs aus dem Strafgesetzbuch, weil es für Frauen um ihren Körper geht, um ihre Verantwortung und ihre Entscheidung. Frauen sollen sich nicht rechtfertigen müssen, wenn sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen", erklärt Martina Wurzer, Frauensprecherin der Grünen Wien, anlässlich 40 Jahre Fristenregelung in Österreich. "Die reproduktive und sexuelle Gesundheit von Frauen hat im Strafrecht nichts verloren."

Ziel muss darüber hinaus sein, so Wurzer weiter, die Zahl der ungewollten Schwangerschaften zu reduzieren. Dazu ist es notwendig, kostenlose Verhütung anzubieten, zielgruppenspezifischen Aufklärungsunterricht in Schulen fix zu verankern, und auf allen Ebenen daran zu arbeiten, dass traditionelle Geschlechterrollen aufgebrochen werden. "Mädchen und Frauen sollen selbstbewusst und selbstbestimmt ihre Sexualität leben können", so Wurzer.

Am 29. November 1973 beschloss das Österreichische Parlament mit 93 Pro zu 88 Nein Stimmen die Fristenregelung. Damit wurde eine jahrzehntelange Forderung der Frauenrechtsbewegung nach Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs umgesetzt. Dennoch handelt es sich beim Beschluss um einen Kompromiss. Die ÖVP und die Kirche verlangten, dass der Schwangerschaftsabbruch generell verboten bleibt, aber innerhalb der ersten drei Monate einer Schwangerschaft ("Indikation") straffrei bleibt. Wurzer kritisiert, dass in Österreich nach wie vor kein Recht auf Schwangerschaftsabbruch besteht. Auch ist der Schwangerschaftsabbruch nicht in allen öffentlichen Krankenhäusern möglich.

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