- 28.11.2013, 10:55:01
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Schoko-Check: Nikolaus sieht rot
Greenpeace, Produktionsgewerkschaft, Südwind und VKI fordern öko-faire Schokolade
Utl.: Greenpeace, Produktionsgewerkschaft, Südwind und VKI fordern
öko-faire Schokolade =
Wien (OTS) - Anlässlich des bevorstehenden Nikolaus-Festes haben sich
Greenpeace, Südwind, der Verein für Konsumenteninformation und die
Gewerkschaft PRO-GE Schokolade-Nikolos genauer angeschaut. Insgesamt
hat das Greenpeace Marktcheck-Team im Rahmen des jährlichen Checks 23
in Österreich erhältliche Produkte auf ökologische Kriterien,
Tierschutz und soziale Aspekte hin geprüft. Fazit: Lediglich drei
Schoko-Nikolos haben beim Check in allen Bereichen grünes Licht
bekommen. Während bei den ökologischen Aspekten eine positive
Entwicklung festgestellt werden konnte und die Hersteller erstmals
ohne problematische Zusatzstoffe auskommen, bleibt das Abschneiden im
Bereich "soziale Aspekte" alarmierend: Mehr als die Hälfte der
Schoko-Nikolos sehen dabei rot. Bei diesen Produkten kann nicht
nachvollzogen werden, ob in der Kakaoproduktion existenzsichernde
Löhne bezahlt wurden und keine Kinderarbeit zum Einsatz kam. Welche
Schoko-Nikoläuse ohne schlechtes Gewissen geschenkt werden können,
findet man auf marktcheck.at, dem Greenpeace-Online-Einkaufsratgeber.
"Dass wir den Herstellern seit Jahren auf die Finger schauen, zeigt
Wirkung: Erstmals haben sie auf den von uns in den vergangenen Jahren
kritisierten problematischen Zusatzstoff E 476 verzichtet", so
Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz. Aufholbedarf gibt es aus
ökologischer Sicht jedoch weiterhin im Bereich Gentechnik: "Leider
ist bei einigen Produkten immer noch nicht auszuschließen, dass die
verarbeitete Milch von Kühen stammt, die mit gentechnisch verändertem
Futter ernährt wurden. Die ungenügende Produktkennzeichnung ist ein
unzumutbarer Zustand für Konsumentinnen und Konsumenten, die noch
immer nicht klar nachvollziehen können, was wirklich in den
Schoko-Geschenken für ihre Kinder steckt", kritisiert Sprinz.
"Es stimmt nachdenklich, wenn man bedenkt, dass der Anlass der
Geschenke zum Heiligen Nikolaus und auch zu Weihnachten dem Wohl der
Kinder gewidmet ist und bei vielen der Produkte die Ausbeutung von
Kindern in den Hauptherkunftsländern von Kakao nicht ausgeschlossen
werden kann" merkt Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne
"Make Chocolate Fair!", an. Fair gehandelte Schokoladeprodukte
fristen immer noch ein Schattendasein im österreichischen
Einzelhandel. Bei umgerechnet 95 Prozent der Schokoladeprodukte in
Österreich ist die Rückverfolgbarkeit nicht gegeben. Drei Viertel der
in Österreich verarbeiteten Kakaobohnen stammen aus der
Elfenbeinküste und Ghana, wo über zwei Millionen Kinder auf den
Kakaoplantagen mitarbeiten und davon rund ein Zehntel unter
sklavenähnlichen Bedingungen ausgebeutet wird.
"Der weltweite Kakaohandel wird von wenigen Großkonzernen dominiert",
stellt Gerhard Riess, Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE, fest.
"Die Verantwortung, ihren Eigentümern satte Gewinne zu bieten, nehmen
diese Unternehmen sehr ernst, soziale Verantwortung findet sich
dagegen eher in Hochglanzbroschüren als in der Realität", kritisiert
Riess. Dazu gehöre auch mehr als gerade einmal die Gesetze und
internationale Regelungen wie ILO-Konventionen einzuhalten. "Ein
sozial verantwortlicher Betrieb zahlt seinen europäischen
MitarbeiterInnen ordentliche Einkommen und hat einen demokratisch
gewählten Betriebsrat, sorgt in den Anbauländern für faire
Mindestlöhne, kommt ohne Kinderarbeit aus und zahlt auch Steuern. Das
sollen auch die KonsumentInnen nachvollziehen können und dafür
braucht es vertrauenswürdige unabhängige Kontrollen."
Dass die österreichischen VerbraucherInnen bewusst und fair kaufen
möchten, jedoch oftmals an der Kennzeichnung scheitern, betont
VKI-Geschäftsführer Franz Floss: "Bis zu 70 Prozent der
österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten wären für
Nachhaltigkeit ansprechbar. Doch sie werden allein im
Lebensmittelbereich mit mehr als 100 verschiedenen Auslobungen oder
Gütesiegeln konfrontiert, und zu viele davon machen viel Lärm um fast
Nichts. Was fehlt, ist eine klare Orientierungshilfe."
Gemeinsam fordern die Organisationen faire Produktionsbedingungen,
eine klare Kennzeichnung und volle Transparenz, "damit Konsumenten
nicht länger unwissend in Schokolade mit bitterem Beigeschmack beißen
müssen."
Weiterführende Links:
Bildmaterial finden Sie zum Download unter:
http://www.oneworld.at/galerie/start.asp?gal=PK_SchockoCheck_131128
Die Ergebnisse des Schoko-Nikolo-Checks finden Sie hier:
http://www.greenpeace.org/austria/marktcheck-nikolo-liste2013/
Die Petition der Südwind "Make Chocolate Fair"-Kampagne finden sie
hier: http://at.makechocolatefair.org/
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