Fünf Maßnahmen zur Stärkung des IKT-Standortes Österreich

UBIT-Obmann Harl: "Jetzt handeln, um die Zukunft Österreichs als IKT-Standort zu sichern!"

Wien (OTS/PWK838) - Die IKT-Branche ist einer der Wachstumstreiber für den Wirtschaftsstandort Österreich: mit einem Produktionswert von bis zu 31 Milliarden Euro und einer Wertschöpfung von 15 Milliarden Euro gehört sie zu den wichtigsten Sektoren der heimischen Wirtschaft. Als Querschnittsbranche ist eine funktionierende IKT-Infrastruktur für alle Branchen - wie öffentliche Verwaltung, Stromnetz oder Verkehrsinfrastruktur - lebensnotwendig. "Obwohl Österreich im e-government und e-billing zu den europäischen Vorreitern zählt, fallen wir in den letzten Jahren bei vielen Standortfaktoren zurück. Vergleichbare Länder wie Schweden oder die Schweiz marschieren währenddessen etwa in der Wettbewerbsfähigkeit weiter Richtung Spitze", beschreibt Alfred Harl, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (kurz: UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), den akuten Handlungsbedarf.

Auch für Martin Zandonella, Berufsgruppensprecher für IT im Fachverband UBIT, ist die IKT-Branche einer der Wachstumstreiber für den Wirtschaftsstandort Österreich: "IT-Dienstleistungen sind ein wesentlicher Motor für die österreichischen Unternehmen und stellen mit einem Umsatz von 15,42 Milliarden Euro im Jahr 2012 einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor dar." Für Alfred Harl müssen daher jetzt konkrete Schritte in Richtung Zukunft gesetzt werden: "Wir brauchen langfristige Strategien für unsere IKT-Landschaft und daher haben wir die dafür notwendigen Schritte in einer Handlungsempfehlung mit fünf konkreten Maßnahmen zusammengefasst."

Maßnahme 1: Zentrale Koordinierung der IKT-Agenden auf politischer Ebene

Eine Person, die gesamtverantwortlich auf politischer Ebene in der Bundesregierung alle Agenden der IKT-Strategie koordiniert, kann deutlich bessere Impulse setzen, um Österreich als IKT-Standort zu festigen. Die Einrichtung des Kompetenzzentrum Internetgesellschaft (KIG) durch die Bundesregierung konnte im ersten Schritt einen ressortübergreifenden Informationsaustausch sicherstellen. Ein klarer Verantwortungsträger würde dieser Struktur die notwendigen Impulse verleihen, strategische Ziele auf Augenhöhe in der Bundesregierung durchzusetzen.

Maßnahme 2: Innovationskraft der IKT-Wirtschaft nützen

Die Innovationskraft der Wirtschaft ist für die Entwicklung, Weiterentwicklung und den Betrieb von IKT-Diensten am letzten Stand der Technik entscheidend. Es gilt die kreative Kraft der Unternehmen freizusetzen, indem IKT-Dienste in der öffentlichen Verwaltung dem Wettbewerb freigegeben werden. Nur das Vertrauen auf die technische Kompetenz und die Expertise der IT-Wirtschaft kann zu anwenderfreundlichen und gleichzeitig kostendämpfenden Umsetzungsmaßnahmen führen. Bestehende öffentliche IKT Strukturen (Gesundheitswesen, Sozialversicherung, BRZ-GmbH, usw.) sind auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren. Im IKT-Konsolidierungsgesetz ist ein Vorrang der Beauftragung der IKT-Wirtschaft zu definieren.

Maßnahme 3: Open Government Data - Goldschatz heben

Schätzungen zufolge werden im EU-Raum mit weiterverwendeten öffentlichen, unentgeltlich zur Verfügung gestellten Daten rund 27 Mrd. pro Jahr generiert. Die öffentliche Hand verfügt über eine Vielzahl von Informationsquellen, die wirtschaftlich verwertbar sind. Mit einer Politik des kostenfreien, offenen Zugangs zu Informationen des öffentlichen Sektors kann das volle wirtschaftliche Potenzial ausgeschöpft werden. Die Entwicklung von Informationsdiensten soll der kreativen Kraft der IKT-Wirtschaft überlassen werden.

Maßnahme 4: IKT-Bildungsoffensive

Eine fundierte Medienkompetenz in allen Bevölkerungs- und Altersgruppen kann Österreich als IKT-Wissensstandort absichern. Zielsetzung ist, Österreich als Innovationstreiber zu positionieren. Dazu ist die Vermittlung von IKT-Kompetenzen als fixer Bestandteil in Aus- und Weiterbildung sicher zu stellen. Im Rahmen der Berufsorientierung ist ein frühzeitiges Wecken von Interesse an IKT-Berufen erforderlich.
Maßnahme 5: Breitbandoffensive vorantreiben

Im Rahmen der kommenden Regierungsperiode soll ein vollständiger Lückenschluss der Breitbandversorgung sichergestellt werden. Durch gezielte technologieneutrale Förderungen und Anreize sollen sämtliche Betreiber von Kommunikationsnetzen zum weiteren Ausbau veranlasst werden. Aus den Versteigerungserlösen der Mobilfunkfrequenzen ist eine Breitband-Milliarde zweckgewidmet für dieses Ziel frei zu halten.

Alle fünf Maßnahmen unterstreichen, dass digitale Standortfaktoren und die flächendeckende Verfügbarkeit von IKT- und Breitbandinfrastruktur heute entscheidend für das Wachstum und den Wohlstand des Wirtschaftsstandortes Österreich sind. Top-IKT-Nationen wie Singapur und Finnland zeigen es vor: sie haben einen mehrjährigen Masterplan und verfolgen klare und nachhaltige IKT-Strategien. "Mit einer klaren IKT-Strategie kann Österreich in die digitale Zukunft geführt werden. Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren und brauchen mutige Visionen, die Österreich als IT-Herz Europas pulsieren lassen", betont Obmann Alfred Harl.

Der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT

Mit mehr als 61.000 Mitgliedern gehört der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) zu den größten und dynamischsten Fachverbänden der Wirtschaftskammer Österreich. Er nimmt die Interessen der Unternehmerinnen und Unternehmer aus den Bereichen Unternehmensberatung, Informationstechnologie und Buchhaltung wahr. Ziel ist es, berufsrelevante Rahmenbedingungen zu optimieren und dem Markt die Leistungen der Berufsgruppen zu kommunizieren. Mitglieder können umfangreiche Beratungs- und Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Weitere Informationen gibt es auf http://www.ubit.at . (JR)

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Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT)
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