Sachliche Diskussion soll Lösung der Flughafendebatte bringen

Haslauer: Es mangelt nicht am politischen Willen, sondern an technischen Möglichkeiten bei Landeanflugverfahren

Salzburg (OTS) - "Die Gespräche der vergangenen Tage haben gezeigt, dass es nun eine sachliche Debatte über die tatsächlichen Auswirkungen der geplanten Maßnahmen des deutschen Verkehrsministeriums betreffend die Landeanflüge auf den Salzburger Flughafen braucht. Ich betone aus Salzburger Sicht ganz klar, dass es in Salzburg nicht am politischen Willen zum Entgegenkommen scheitert, sondern, dass unsere Experten unisono festhalten, dass die geplante deutsche Verordnung das Ende für das Linien- und Chartergeschäft bedeuten würde, weil die Anflugmöglichkeiten auf österreichischer Seite für die allermeisten Piloten und Luftlinien keine Alternative zum einzig möglichen Präzisionsanflugverfahren (ILS) darstellen. Insofern wäre diese Verordnung überschießend und kann von uns nicht akzeptiert werden", sagte heute, Dienstag, 26. November, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, der sich intensiv in dieser Angelegenheit einbringt und neben dem Kontakt zu nationalen Experten und Politikern auch die diplomatischen Kontakte im Weg des Außenministeriums aktiviert hat.

"Die Verordnung kann vor diesem Hintergrund aus Salzburger und österreichischer Sicht nicht akzeptiert werden und sollte inhaltlich dringend zwischen Deutschland und Österreich nochmals diskutiert werden. Derzeit sammeln wir die entsprechenden Stellungnahmen von Airlines und unabhängigen Experten, um ein Umdenken auf deutscher Seite zu erreichen. Meine Kontakte mit dem deutschen Verkehrsminister haben ergeben, dass man auf deutscher Seite offenbar davon ausgeht, dass man in Salzburg eine deutliche Steigerung der Landeanflüge über österreichischem Gebiet erreichen könnten, wenn man dies nur wollte -dies ist meinen Informationen zufolge leider unrichtig", sagte Haslauer.

Das einzige Präzisionsanflugverfahren (ILS) ist über deutsches Gebiet möglich, eine Alternative ist aus topgraphischen Gründen laut Auskunft der Experten auf Salzburger Gebiet nicht möglich. Die bereits installierten Alternativverfahren, die via GPS funktionieren benötigen eine spezielle Ausrüstung der Luftlinien, eine spezielle Schulung der Piloten und bedeuten einen technischen und fliegerischen Mehraufwand, den nicht alle Piloten und Airlines akzeptieren. Heimische und speziell geschulte Piloten werden nach Möglichkeit schon jetzt ersucht, diese Angebote zu nutzen.

"Salzburg ist sicher bereit, nach Maßgabe der technischen und sicherheitsrelevanten Möglichkeiten und in Zusammenarbeit mit den Airlines alle Möglichkeiten zu nutzen, um der bayerischen Seite entgegenzukommen. Bayern muss aber sehen, dass die vorliegende Verordnung nicht nur ein enormer Schaden für Salzburg, sondern auch für Bayern und eine unabsehbare Belastung für die deutsch-österreichischen Beziehungen wäre - in diesem Sinn werden wir in Salzburg alles daransetzen, dass wir dieses Problem lösen können", schloss Haslauer.

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