Köstinger: Saatgutverordnung darf nicht zur Bürokratielawine werden

Agrarausschuss des EU-Parlaments hört Experten zur neuen EU- Saatgutverordnung an

Brüssel, 26. November 2013 (ÖVP-PD) "Die natürliche und genetische Vielfalt von Obst-, Gemüse und anderen Pflanzensorten muss erhalten und frei zugänglich bleiben. Wichtig ist, dass es in Zukunft weiterhin Nischenmärkte gibt und seltene und alte Sorten getauscht werden können", stellt die Landwirtschaftssprecherin der ÖVP, Elisabeth Köstinger, heute anlässlich einer Experten-Anhörung im EU-Parlament klar. Der Agrarausschuss des EU-Parlaments befragt Wissenschaftler und Fachleute zum geplanten Gesetzespaket zur Tier-und Pflanzengesundheit, zu dem auch die Saatgutverordnung gehört. "Der Verordnungsentwurf spaltet die Meinungen. Ich prüfe die Auswirkungen auf die heimische Saatgut-Produktion und auf die Qualität. Es muss durch weiterhin hohe Eigenproduktion ein höchstes Maß an Unabhängigkeit gewährleistet werden", fordert die Europaabgeordnete. ****

Die Saatgutverordnung vereinheitlicht zwölf bestehende Richtlinien zum Saat- und Pflanzengutverkehr. Für die Landwirtschaft ist es bedeutend, dass es trotz Harmonisierung weiterhin ein unabhängiges Anerkennungssystem für Saatgut gibt, um den Landwirten eine hohe und konstante Saatgut-Qualität zu liefern", so Köstinger. Kritisch sieht sie die geplante Registrierungspflicht für Unternehmer und die neuen alternativen Zulassungsverfahren für die Sortenregistrierung. "Das verpflichtende Registrierungsverfahren darf nicht zur Bürokratielawine für heimische Unternehmen werden. Bestehende Ausnahmeregelungen für seltene Saatgutsorten in Österreich müssen erhalten bleiben", fordert Köstinger. Die Mitgliedstaaten bräuchten Eigenständigkeit bei der Festlegung technischer Normen, Registrierungsmengen, Gebühren oder der Zulassung alter Sorten. "Die Konsumenten brauchen Transparenz vor allem in Bezug auf Gentechnik", so die ÖVP-Europaabgeordnete.

Köstinger hat für die Anhörung im EU-Parlament Klaus Rapf, Mitglied im Vorstandsteam der Arche Noah und Experte für Saatgutrecht nominiert. "Die EU-Saatgutverordnung zäumt das Pferd von hinten auf. Die Arche Noah setzt sich daher dafür ein, dass Vielfaltspflanzen weiterhin das Recht haben, sich unter fairen Bedingungen zu beweisen", so Rapf.

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