Teilnahmerekord bei Concrete Student Trophy 2013 Neues Erlebnis-Wasserkraftwerk für BürgerInnen

Wien (OTS) - Mit insgesamt 21 eingereichten Arbeiten verzeichnete die achte Concrete Student Trophy einen Teilnahmerekord. Teilnahmeberechtigt waren interdisziplinäre Studententeams aus Bautechnikern und Architekten. "Die Auswahl fiel wirklich schwer. Trotz höchst komplexer Aufgabenstellung, insbesondere durch Einbindung einer Fischaufstiegshilfe, waren alle Arbeiten beeindruckend", so DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Das Projekt "Beton E6" der TU Wien Studenten Juan Fernando Corena Herrera, Georg Lora und der BOKU Studentin Anna Frosch wurde am 19. November 2013 an der TU Wien mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Auf Platz zwei und drei folgen "EWA - Elektrizität - Welle - Aufstieg" und "mEIN KRAFTWERK SCHEIBBS". Es wurden Preisgelder von insgesamt 13.000 Euro vergeben.

Das bestehende Wasserkraftwerk "Brandstatt" in Scheibbs, Niederösterreich, muss erneuert werden. "Bereits mit Blick auf die Landesausstellung 2015 suchten wir ein multifunktionales Nutzungskonzept unter den Aspekten Energieerzeugung, Einbindung der BürgerInnen und Blickfang Architektur" beschreibt evn naturkraft Geschäftsführer DI Friedrich Zemanek, Betreiber der zukünftigen Anlage, die Ausschreibung der Concrete Student Trophy 2013. Stadtrat Johann Huber aus Scheibbs ergänzt: "Bis zur Landesausstellung wollen wir eine neue Marke generieren, die unseren Fluss und unser Wasser in den Mittelpunkt stellt. Die Studenten haben dafür innovative Arbeit geleistet."

Lernen vom Konzept "Bauhaus"

"Wir müssen wieder eine gemeinsame Sprache erlernen, ähnlich der Intention des Bauhauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts", fordert Univ. Prof. DI Christoph Achammer, TU Wien, der die Concrete Student Trophy bereits das achte Jahr begleitet. "Bauwerke sind heute so komplex, dass nur die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren zu erfolgreichen Projekten führt", so Achammer.

Auszeichnungen für sieben großartige Projekte

Bei der Planung des Fischaufstiegs, der Verengung der Erlauf und der Einbeziehung von Hochwasser sieht Juryvorsitzende Architektin DI Julia Taubinger, Geschäftsführerin Juland GmbH Wien, die besondere Herausforderung. Aus insgesamt 21 Einreichungen wurden in zwei Auswahlverfahren sieben Projekte gewählt. Die vier Anerkennungen erhalten je 1.000 Euro, Platz drei 2.000 Euro, Platz zwei 3.000 Euro und das Siegerteam 4.000 Euro.

Siegerprojekt "Beton E6" mit Mäander-Graffiti

Juan Fernando Corena Herrera, Georg Lora (Architektur, TU Wien) und Anna Frosch (Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, BOKU Wien) überzeugten die Jury mit "Beton E6". "Wir wollten mit unserem Entwurf so wenig wie möglich die Gegend entfremden", so das Siegerteam. Im Zentrum steht ein innovativer Mäanderfischpass mit integriertem Aussichtsturm. Als Fassade des Turbinenhauses am gegenüberliegenden Ostufer wurde eine dreidimensionale, perforierte und hinterleuchtete Betonoberfläche entwickelt, die die geschlungene Form des Mäanders (Flussschlinge) als Muster aufgreift. Die Idee dafür ist von den Sgraffitofassaden der Scheibbser Bürgerhäuser des 15. und 16. Jahrhunderts inspiriert. "Die Fassade ist ein gelungener Blickfang. Sie müsste nur für den Fall eines Hochwassers noch weiterentwickelt werden", erklärt Taubinger die Juryentscheidung.

Platz 2: "EWA - Elektrizität - Welle - Aufstieg" für Riversurfer und Kletterfreaks

"Wir wollten einen Ort entwickeln, wo man gern immer wieder hingeht", erklärt das Projektteam der TU Wien, bestehend aus Carolina Eccli, Christian Kargl (Architektur) und Lukas Zeilbauer (Bauingenieurwesen). Das Kraftwerk soll gleichzeitig als Sport- und Freizeitzentrum dienen. Ein aus Betonfertigteilen errichteter, homogener Baukörper bietet Platz für Krafthaus, einen Kiosk sowie eine Terrasse im Obergeschoß. Die wasserseitige Fassade ist in vorspringenden Dreiecksflächen konstruiert und wird als Kletterwand genutzt. Im Fluss unterhalb der Wand ist eine stehende Welle für SurferInnen geplant. Als innovative Lösung des Fischaufstiegeswirdein Schlitzpass (vertical slot) aus Beton entlang der Wehrmauer rampenförmig hochgeführt.

Platz 3: "mEIN KRAFTWERK SCHEIBBS" Inszenierung aus Stufen

"Ein Kraftwerk ist ein massiver Einschnitt in die Natur. Da wollten wir die Wehrmauer auch richtig inszenieren", so das Team der TU Wien, Maximilian Keil, Thomas Petters (Architektur) und Martin Pühringer (Bauingenieurwesen). So wurde die Wehrmauer in vertikalen Stufen wellenförmig ausgebildet. Das Zusammenspiel der Ecken greift die dynamische Bewegung des Wasserflusses auf und bietet ein faszinierendes Wasserspiel. Eine begehbare Dachlandschaft am Krafthaus übernimmt die Form ebenfalls. "Die architektonische Formensprache ist hervorragend gelungen, auch wenn sich dadurch eine schalungstechnische Herausforderung ergibt", lobt die Jury.

Vier Anerkennungspreise wurden vergeben an: "Eiswerk Brandstatt":
TU Graz Team Maja Berden, Barbara Verbost (Architektur), Daniel Pintscher und Roman Popatnig (Bauingenieurwesen und Wasserbau). "Kleinwasserkraftwerk Brandstatt": Dorian Schuster, Gaban Büllingen, Alexander Rusznak (Architektur, TU Wien) und Katharina Lebiedzinski (Wasserbau, BOKU Wien). "Das Brandstätter Fischkarussell": Alexander Grüner, Andreas Kalcsics (Architektur, TU Wien) und Philipp Ohlmeier (Wasserbau, BOKU Wien). "Wasserkraftwerk Brandstatt": Herbert Nast und Markus Trauner (Architektur, TU Wien) und Andreas Putz (Wasserbau, BOKU Wien).

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