Neues Volksblatt: "Nachjustieren" von Markus EBERT

Ausgabe vom 26. November 2013

Linz (OTS) - Man müsse Schluss machen "mit der hysterischen Pensionsdiskussion", forderte AK-Präsident Rudolf Kaske gestern beim Gewerkschaftstag der Metaller.
Anders gesagt: Alles soll so bleiben, wie es ist. Dass das eine gefährliche Drohung ist, müsste selbst Kaske klar sein, wenn er sich das faktische Pensionsantrittsalter von durchschnittlich knapp über 58 Jahren ansieht. Vielleicht sollte er mit seinem SPÖ-Parteifreund und Sozialminister Rudolf Hundstorfer darüber reden, warum dieser nach Einschätzung vieler Fachleute ein bisschen gar lasch mit der Frage des Pensionsalters umgeht. Denn, auch das ist Fakt: Gelungen ist diesbezüglich in den letzten Jahren recht wenig, auch wenn immer auf diverse Maßnahmen verwiesen wird.
Die SPÖ ist aber offenbar auf Einlullungskurs. So beharrt der Kanzler auf einer Millionärsabgabe, um eine Steuerreform zu finanzieren. Doch es ist sein Problem, dass er die vor der Wahl versprochen hat, wohl wissend, dass er damit genau so ein Zuckerl in die Welt setzt wie Alois Stöger mit der Kassenfinanzierung der Zahnspangen. Dessen Glück: Davon redet niemand, aber die Suppe der aufgeschobenen Valorisierung der Familienleistungen muss derzeit die ÖVP auslöffeln. Es wird wirklich Zeit, dass die finanzielle Zeichen der Zeit von allen am koalitionären Verhandlungstisch erkannt werden. Die SPÖ wird wohl ihre Sehschärfe nachjustieren müssen.

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