Faymann: "Die Stärke Österreichs ist ein respektvoller Umgang mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern"

"Österreich ist ein Vorbild im internationalen Vergleich"

Wien (OTS/SK) - Heute, Montag, am ersten Tag der dreitägigen Gewerkschaftstagung der Produktionsgewerkschaften (PRO-GE), hielten neben Bundeskanzler Werner Faymann der Bundesvorsitzende der PRO-GE Rainer Wimmer, der Präsident der Arbeiterkammer, Rudolf Kaske und viele weitere GewerkschaftsvertreterInnen Reden an die anwesenden ArbeitnehmervertreterInnen.****

Werner Faymann stellte zu Beginn seiner Rede klar, was er unter idealen Wettbewerbsbedingungen versteht: "Wenn man die internationale Situation unter die Lupe nimmt, dann kann man rasch feststellen, dass dort, wo vermeintlich ideale Wettbewerbsbedingungen vorherrschen, die Bedingungen in Sachen Bildung, Forschung und Lebensbedingungen nicht so ideal sind. Das sind Länder, in welchen junge Leute schlechte Beschäftigungsverhältnisse haben und Durchschnittslöhne vorherrschen, von denen man nicht leben kann. Dort gibt es Arbeitnehmerschutzbestimmungen, die man - wenn überhaupt - auf einer halben Seite zusammenfassen kann. Niedriglöhne, schlechte Arbeitschancen für Junge, und schlechte Bezahlungen sind nicht Wettbewerbsbestimmungen, die wir in Österreich meinen. Dass junge Leute mit prekären Arbeitsverhältnissen zu kämpfen haben, kann keine Form von Wettbewerbsfähigkeit sein. Die Wettbewerbsfähigkeit von der wir sprechen ist eine die durch Demokratie, soziale Akzeptanz und sozialen Ausgleich bestimmt ist. Aber wie kann denn die Demokratie, der soziale Ausgleich und der soziale Friede auf Dauer gesichert werden, wenn es uns in Europa nicht gelingt diese hohe Jugendarbeitslosigkeit zurückzudrängen? Diese Demokratie ist nur dann stark genug, wenn wir es schaffen den Menschen Arbeit zu geben von der sie leben können. Das ist der Kernpunk und hier ist Österreich in diesem internationalen Europa ein Vorbild."

"Manche wollen Wirtschaftsprognosen dazu nutzen um uns alte Rezepte, die sie aus der Mottenkiste hervorgekramt haben aufzudrängen. Aber die Zukunft Österreichs liegt garantiert nicht im Sozialabbau und auch nicht darin, das Pensionsalter der Frauen anzuheben. Wir werden unsere politische Überzeugung beibehalten. Wir werden Frauen, die mit 50 keine Beschäftigung finden nicht ausrichten, dass sie länger als bis 60 arbeiten sollen, wenn es diese Arbeitsplätze gar nicht gibt. Für Zynismus haben wir nichts über", stellte Faymann fest.

"In unserer Kassa im Staatshaushalt fehlt gar nichts. Wir haben es durch viele Maßnahmen, durch Sparsamkeit geschafft besser zu sein, als vorhergesehen. Sparen ist in der Zeit der richtige Weg für den österreichischen Haushalt. Die Frage ist: auf wessen Kosten, mit welchen Maßnahmen und mit welchem Ziel?", sagte Bundeskanzler Faymann.

Faymann versicherte: "Abgeltungen für PensionistInnen müssen gegeben sein, um die Kaufkraft der Menschen zu erhalten. All das was wir vor der Wahl gesagt haben muss auch nach der Wahl gelten. Es darf für die Glaubwürdigkeit in unserem Land keinen Unterschied geben in der Haltung, wie wir an die Zukunftsfragen des Landes herangehen"

"Der Arbeitsmarkt lebt von Investitionen, davon dass wir die Ausbildung verbessern und Forschung und Entwicklung vorantreiben, dass die Regierung mit den Sozialpartnern dafür sorgt, dass es nicht zu einer weiteren Kluft in der Gesellschaft kommen kann. Die Stärke Österreichs, um die uns viele in der Welt beneiden ist ein respektvoller Umgang mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern"

Rainer Wimmer betonte die "besonders ausgeprägte Flexibilität", welche am österreichischen Arbeitsmarkt vorherrsche: "Mit diesen Regelungen ist es möglich alle Arbeitsaufträge abzuarbeiten, wir brauchen keine kreativen Modelle der Arbeitnehmer."

Rudolf Kaske forderte "gesunde Arbeit, die ein gesundes Leben garantieren kann", sowie einen "respektvollen Umgang mit der Ressource Mensch und keine Lösungen, die eher ins achtzehnte, als ins einundzwanzigste Jahrhundert passen". (Schluss/dm)

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