Bundeskanzler Faymann: Europa muss von sozialem Ausgleich gekennzeichnet sein

Eröffnung des 2. Gewerkschaftstags der Produktionsgewerkschaft

Wien (OTS) - "Die Stärke Österreichs, um die uns viele in der Welt beneiden, ist ein respektvoller Umgang mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Das wird auch in Zukunft ein Kernpunkt für den Erfolg unseres Landes sein, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute, Montag, bei der Eröffnung des 2. Gewerkschaftstages der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE). Unter dem Motto "Innovativ - Stark - Sozial: für eine gerechte Arbeitswelt" tagen die Delegierten von 25. bis 27. November im Austria Center Vienna und legen ihr Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre fest.

Der Bundeskanzler ging in seinen Grußworten auch auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas ein: "Wenn ideale Wettbewerbsbedingungen bedeuten, dass Menschen von ihren Löhnen nicht leben können, die Arbeitsbedingungen schlecht sind und Jugendliche keine Chance auf Ausbildung und Beschäftigung haben, dann ist das nicht die Wettbewerbsfähigkeit, die wir anstreben. Wir wollen ein wettbewerbsstarkes Europa, das von Demokratie und sozialem Ausgleich gekennzeichnet ist. Nur so können wir auf Dauer die hohe Arbeitslosigkeit zurückdrängen. Nur wenn es uns gelingt, jungen Menschen eine Perspektive zu bieten, dann werden sie dieses gemeinsame Friedensprojekt Europa mit Überzeugung unterstützen."

Daher sei Sparsamkeit in den Staatshaushalten zwar richtig, doch gleichzeitig müsse gezielt investiert werden: "Der Arbeitsmarkt lebt von Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung. Wenn gespart werden muss, dann an den richtigen Stellen und nicht auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, nicht auf Kosten der jungen Menschen oder der Bezieher kleiner Pensionen, nicht auf Kosten der Kaufkraft", so Faymann.

Es sei eine zentrale Aufgabe der Politik, sich dafür einzusetzen, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können. "Ich bin fest davon überzeugt, die Zukunft Österreichs liegt nicht im Sozialabbau, sie liegt nicht darin, dass wir das Pensionsalter bei Frauen verändern, sie liegt nicht in der Reduktion von Arbeitnehmerschutzbestimmungen, sondern im Ausbau unserer Stärken. Die Regierung muss auch künftig gemeinsam mit den Sozialpartnern dafür sorgen, dass es zu keiner wachsenden Kluft in unserer Gesellschaft kommt", so der Bundeskanzler abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Nedeljko Bilalic
Pressesprecher des Bundeskanzlers
Tel.: (01) 531 15 - 202104, 0664/88 455 330
nedeljko.bilalic@bka.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0003