Mückstein: Gesetzlich vorgeschriebene Opferschutzgruppen in Krankenhäusern sind flächendeckend einzurichten

Gewalt macht krank - Gesundheitswesen ist für Frauen erste Anlaufstelle

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Tages gegen Gewalt an Frauen und der in Wien stattfindenden WHO-Konferenz zu diesem Thema stellen die Grünen einen Verbesserungsbedarf in der gesundheitlichen Versorgung von Gewaltopfern fest. Der Österreichische Frauengesundheitsbericht 2010/2011 stellt fest, dass Gewalt in der Familie oder in Paarbeziehungen eines der zentralen Gesundheitsrisiken für Mädchen und Frauen darstellt. Laut Studien ist jede fünfte Frau in Österreich ein Opfer von körperlicher, sexueller, seelischer, sozialer oder ökonomischer Gewalt. Gewalt geht immer mit einer extrem schweren seelischen Verletzung einher und ist dementsprechend mit psychosozialen und körperlichen Folgen verbunden.
Da 75 Prozent der betroffenen Frauen Hilfe bei niedergelassenen ÄrztInnen oder Krankenhäusern suchen ist das Gesundheitswesen die erste Anlaufstelle.

"Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte nehmen beim Erkennen und Ansprechen von Gewalt eine Schlüsselstellung ein, da sie meist als erste mit den Betroffenen in Kontakt kommen. Mittels fachgerechter medizinischer Versorgung, gerichtstauglicher Dokumentation, einfühlsamer Gesprächsführung und Beratung können Gesundheitsfachkräfte aktiv zur Gewaltprävention und damit zum Schutz der Opfer beitragen. Darauf muss sich das Gesundheitswesen besser einstellen", fordert die Grüne Gesundheitssprecherin Eva Mückstein und weiter: "Der von Frauengesundheitszentren und Gewaltschutzzentren erarbeitete Leitfaden für den Umgang mit von Gewalt betroffenen Frauen ist von allen Gesundheitseinrichtungen anzuwenden."

Seit 2011 sind die Krankenanstalten in Österreich gesetzlich verpflichtet Opferschutzgruppen für volljährige Betroffene häuslicher Gewalt einzurichten. "Diese Opferschutzgruppen sind jetzt flächendeckend auszubauen, sowie mit den notwendigen personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen auszustatten", meint Mückstein und fordert darüber hinaus "die Sicherung von psychosozialen Beratungsmöglichkeiten sowie kostenlose Psychotherapie auch in ländlichen Regionen Österreichs."

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