"Knochen, Kleider, Kreuzessplitter - Das Geschäft mit den Reliquien" und "Der unechte Jesus" in "kreuz und quer"

Am 26. November ab 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - zeigt in Michael Langs Reportage "Knochen, Kleider, Kreuzessplitter" am Dienstag, dem 26. November 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2, wie das Geschäft mit den Reliquien funktioniert. Um 23.00 Uhr folgt mit Steven Hoggards Film "Der unechte Jesus" eine spannende archäologische Spurensuche mit den Wissenschaftern Israel Knohl und Byron McCane.

"Knochen, Kleider, Kreuzessplitter: Das Geschäft mit den Reliquien" -Ein Film von Michael Lang

Das Kreuz Christi muss besonders groß gewesen sein. Alle Kreuzessplitter zusammengenommen, die in Kirchen oder Privathäusern als Reliquie verehrt werden, ergeben nach Expertenschätzungen mehrere Hektar Wald. Gläubige und Sammler zahlen Höchstpreise für diese äußerst beliebte Reliquie. Aber auch Knochen, Innereien und Kleider von Heiligen werden schwunghaft gehandelt, vor allem über das Internet. Die Nachfrage nach Reliquien ist im 21. Jahrhundert ungebrochen. Aber wer verehrt heute noch Reliquien? Michael Langs Film begibt sich auf Spurensuche: Wer sind die Käufer, wer die Verkäufer? Wie funktioniert das Geschäft mit den Reliquien? Dabei trifft er junge Gläubige wie gewiefte Großhändler. Erhoffen sich die einen von den Reliquien Kraft im Alltag, erwerben die anderen selbst heute noch Reliquien legal von Kirchen oder Klöstern. Das internationale Geschäft mit Reliquien hat inzwischen ein solches Ausmaß erreicht, dass die Präfektur der Kongregation für die Selig-und Heiligsprechung im Vatikan Alarm schlägt. Die Kirchenbehörde kritisiert den "gotteslästerlichen Handel". Sie treibt die Angst, dass die Heiligen in die Hände satanischer Sekten fallen. Ihre Sorge vor sogenannten Teufelsanbetern ist nicht unbegründet, denn auch Antichristen suchen Reliquien - ebenso wie Gläubige, Händler und Mitarbeiter der Kirche.

"Der unechte Jesus" - Ein Film von Steven Hoggard

Er rief sich selbst zum "König der Juden" aus, wurde von seinen Anhängern als der langersehnte Messias verehrt - und wurde von den römischen Besatzern als politischer Aufrührer exekutiert. Sein Name:
Simon von Peräa. Er starb vier Jahre vor der Geburt des Jesus von Nazareth, wie der antike römisch-jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet. War jener Simon von Peräa also "der Messias vor Jesus"? Die Parallelen sind auf den ersten Blick verblüffend - auch am Kreuz Jesu hing eine Tafel mit der Aufschrift "Der König der Juden". Dazu kommt ein weiteres Detail: eine zeitgenössische Steintafel, die Experten mit Simon in Verbindung bringen. Der jüdische Bibelforscher Israel Knohl will in der schwer lesbaren hebräischen Inschrift die Aufforderung des Engels Gabriel an Simon von Peräa erkennen: "In drei Tagen - lebe!" Nach Knohls Interpretation würde dies bedeuten: Schon vor Jesus gab es einen Messias, der durch die Römer gewaltsam ums Leben kam und von dem die Anhänger überzeugt waren, er sei nach drei Tagen von den Toten auferstanden.

Lässt die Forschung durch diese Erkenntnisse die Anfänge des Christentums in neuem Licht erscheinen? Hat Jesus von Nazareth das Schicksal des Simon von Peräa gekannt und ihn womöglich sogar zum Vorbild genommen? Dieser These geht die Doku "Der unechte Jesus" nach und prüft ihre Grundlagen. Dabei stoßen die Forscher auf brisante Fragen: Ist die Steintafel, die als "Offenbarung Gabriels" bekannt geworden ist, womöglich eine Fälschung? Eine Inschrift mit Tinte auf Stein ist aus der Antike sonst nicht bekannt - und die besagte einzigartige Inschrift tauchte erst in den 1990er Jahren im Antiquitätenhandel auf. In der Doku machen sich Experten daran, diese Fragen mit den modernsten Methoden der Forschung zu klären.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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