Neues Volksblatt: "Vertrauen" von Dietmar LEITNER

Ausgabe vom 25. November 2013

Linz (OTS) - Die Genfer Verhandlungen der letzten Tage um das international kritisierte iranische Atomprogramm haben zwei wichtige Erkenntnisse gebracht: Es liegt nun ein Ergebnispapier auf dem Tisch und alle Verhandlungsparteien - die UNO-Vetomächte, Deutschland und der Iran - konnten ihr Gesicht waren, d. h. sie dürfen sich als Sieger wähnen. Teheran hat sich u. a. verpflichtet, Teile seines Atomprogrammes das kommende halbe Jahr einzufrieren und Inspektoren der internationalen Atomenergiebehörde IAEA Zutritt zu seinen Atomanlagen zu ermöglichen, im Gegenzug werden internationale Sanktionen gelockert. Ob das Papier nun tatsächlich mehr Sicherheit und gegenseitiges Vertrauen gewährleisten kann, werden die kommenden Monate zeigen müssen. Es ist auf jeden Fall ein Signal, ein gegenseitiger Vertrauensvorschuss, der sicherlich ob der nicht einfachen realpolitischen Situation ein mutiger Schritt war - die Hoffnung auf Friede hat die Ressentiments in diesen Tagen in den Hintergrund verlagert. Dass Israel diesen Schritt nicht mitgeht und die Einigung als "historischen Fehler" bezeichnet, ist nachvollziehbar. Denn in Israel befürchtet, dass der Iran mit seinem Atomprogramm eine Atombombe bauen kann und damit die Existenz Israels bedroht wird. Trotz des nun vorliegenden Verhandlungspapieres birgt die Region noch weitere offene Fragen, z. B. Syrien und Ägypten. Es stehen somit spannende Monate bevor.

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