Einkommensanalyse 2012: Niederösterreichische Realeinkommen im Sinkflug

AKNÖ-Präsident Markus Wieser fordert gerechte Löhne und steuerliche Entlastung

Wien (OTS) - Kein Grund zum Jubeln für die Beschäftigten in Niederösterreich. Im Durchschnitt verdienten sie 2012 um sechs Euro netto weniger als im Vorjahr. "Schon wieder mussten die Beschäftigten in Niederösterreich Einbußen bei ihren Löhnen und Gehältern hinnehmen. Das belastet vor allem jene, die wenig verdienen und beim Einkauf jeden Euro zweimal umdrehen müssen", sagt AKNÖ-Präsident Markus Wieser.

Reallohnverluste trotz steigender Produktivität

Die Löhne und Gehälter der NiederösterreicherInnen schrumpften deshalb real, weil Inflationsverluste und Mehrkosten bei Steuern und Abgaben in Summe höher waren als die nominalen Einkommenszuwächse. 2012 stieg das Brutto-Medianeinkommen der unselbstständig Beschäftigten in Niederösterreich um 51 Euro auf 1.931 Euro. Niederösterreich liegt damit im Bundesländervergleich nur an fünfter Stelle. Nach Berücksichtigung der Inflation von 2,4 Prozent sowie der Einkommensteuer und Sozialversicherung ergibt sich für 2012 real ein Minus von sechs Euro netto.

AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Es findet keine gerechte Verteilung der Wertschöpfung statt. Während das Bruttoinlandsprodukt steigt, sind die kleinen Einkommen hinter das Niveau von vor zehn Jahren zurückgefallen. Das ist auch schlecht für die Wirtschaft. Denn nur wenn die Menschen im Land Geld zum Ausgeben haben, wird Wirtschaft und Beschäftigung angekurbelt." Wieser unterstützt daher die Forderung der Gewerkschaften, Lohn- und Gehaltssteigerungen auf Basis von Inflation und Produktivitätszuwachs zu vereinbaren und die Forderung nach einem Mindestlohn von 1.500 Euro.

Einkommensunterschied: Frauen verdienen um ein Drittel weniger

Das Brutto-Medianeinkommen der Frauen in Niederösterreich betrug 2012 1.486 Euro. Es lag somit 33,6 Prozent unter jenem der Männer. Hauptursachen für den Einkommensunterschied sind Karenzzeiten und der geringere Verdienst in typischen Frauenberufen. Damit hat sich das Verhältnis 2012 aus Sicht der Frauen nur um 0,2 Prozentpunkte verbessert. "Wenn wir so weitermachen, dauert es noch 168 Jahre, bis die Medianeinkommen von Frauen und Männern gleich sind", sagt Wieser und fordert daher rasche Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine Bildungsoffensive für Arbeitnehmerinnen.

Download der Einkommensanalyse auf: http://noe.arbeiterkammer.at

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Niederösterreichische Arbeiterkammer
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