"Kulturmontag" am 25. November über 70er-Glam, Doktorarbeiten aus dem Internet, Kultur der Unhöflichkeit u. v. m.

Außerdem: Doku-Premiere "Die Kunst der Verdichtung - Nicolas Mahler" anlässlich der Mahler-Ausstellung in Krems, "art.film": "Am Ende des Tages"

Wien (OTS) - Clarissa Stadler präsentiert am 25. November 2013, ab 22.30 Uhr in ORF 2, einen höchst abwechslungsreichen "Kulturmontag", der sich u. a. dem Verfall der guten Sitten widmet. So befasst sich die Sendung mit der Kultur der Unhöflichkeit, die immer weiter Einzug in unsere Gesellschaft hält, wie Thomas Mießgang in seinem aktuellen Buch "Scheiß drauf! Die Kultur der Unhöflichkeit" feststellt. Zum Nachdenken regt auch eine andere Entwicklung unserer Zeit an: das "Akademische Ghostwriting". Doktorarbeiten aus dem Internet sind mittlerweile zu einem ganz offiziellen lukrativen Geschäft geworden -der "Kulturmontag" fragt nach. Anlässlich der Ausstellung "Glam! The Performance of Style" im Lentos Kunstmuseum Linz beleuchtet das ORF-"Kulturmagazin" die Glamour-Bewegung der 70er-Jahre, bei der heute Weltstars wie Lady Gaga Anleihen nehmen.

Im Anschluss an das Magazin steht anlässlich der am 28. November eröffnenden Nicolas-Mahler-Ausstellung im Kremser Karikaturmuseum eine brandneue Kulturdokumentation über den bekannten österreichischen Zeichner auf dem Programm. Der Film von Nico Weber ist kein reines Porträt über einen begabten Querdenker. Vielmehr erlaubt er ein tiefes Eindringen in die Denk- und Arbeitsweise eines Künstlers und in die Kulturtechnik der Reduktion, die dieser aktuell mit der kürzlich erschienenen Adaption von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" unter Beweis stellt.

Um 23.45 Uhr bringt "art.film" die ORF-Premiere von Peter Payers Psychothriller "Am Ende des Tages" mit Simon Schwarz, Nicholas Ofczarek und Anna Unterberger. Schwarz ist vorab live zu Gast im "Kulturmontag"-Studio.

Verfall der guten Sitten: Untergang des Abendlands oder neue Ehrlichkeit?

Bitte? Danke? - "Scheiß drauf! Die Kultur der Unhöflichkeit" nimmt der Kulturpublizist Thomas Mießgang in seinem neuen gleichnamigen Buch unter die Lupe. Pöbelnde und prügelnde Parlamentarier, Proletentum in der Politik, in TV-Castingshows, Dschungelcamps und Society-Reporten, Schimpftiraden in Hip-Hop-, Punk- und Rockmusik, Cyber-Mobbing in den sozialen Netzwerken - mit Knigge hat das alles längst nichts mehr zu tun. Aber: War es nicht immer schon so, dass alles immer schlechter wurde? Führt der Verfall der guten Sitten tatsächlich zum Untergang des Abendlandes, wie in unzähligen Büchern geklagt wird, und wenn ja, ist damit unsere Gesellschaft bedroht? Oder bedeutet die Auflösung von Konventionen vielmehr Emanzipation, Demokratisierung und Befreiung von scheinheiliger Unterwürfigkeit? Der "Kulturmontag" hinterfragt die Kultur der Unhöflichkeit.

Akademisches Ghostwriting: Studienarbeiten aus dem Internet

Wer einen akademischen Grad erwerben will, muss schreiben:
Bachelor-Arbeit, Diplomarbeit, Dissertation. Das kostet viel Zeit und Gehirnschmalz - oder Geld. Wer es sich leisten kann, lässt sich das -viel einfacher, rascher und für so manche erfolgversprechender - als Auftragsarbeit von einem geübten Ghostwriter erledigen. Im Gegensatz zu Plagiaten, die zuletzt so manchen Politikerinnen und Politikern die Doktorwürde gekostet haben, ist eine geghostete Arbeit nicht so ohne weiteres mit einer Software zu entlarven. Das Business boomt:
Vor ein paar Jahren noch waren die Angebote im Internet noch ein wenig verschämt und verklausuliert, heute werben Ghostwriting-Agenturen in Hochglanz, samt Preisrechner und Erfolgsgarantie. 7.000 Arbeiten in neun Jahren will eine deutsche Agentur verfasst haben - bei Preisen bis zu 30.000 Euro ein lukratives Geschäft. Autor Wolfgang Klinghammer beleuchtet in seinem neuen Roman "Der Bearbeiter" das "Akademische Ghostwriting" - und er weiß, worüber er schreibt: Er ist selbst Ghostwriter.

Museumsreife Glitzerwelt: Schrille Glam-Bewegung der 70er Jahre im Linzer Lentos

Ziggy Stardust, Rocky Horror-Sweet Transvestite, Lou Reed oder Marc Bolan: Glitzern war alles in jener funkelnden und schillernden Phase des Pop, in der Sex und Glamour maximaler waren als je zuvor. Die Glam-Bewegung entstand in den frühen 70er Jahren in der britischen Kunsthochschulszene im grauen London. Plötzlich konnten sich Arbeiterkinder in funkelnde Superstars verwandeln, sich ständig neue Identitäten erfinden. Sie verwandelten sich in Kunstwerke und Modedesigner wie Antony Price, machten aufwendige Theaterkostüme zur Streetwear. Glam verband erstmals E- und U-Kultur: Style und Pop hielten Einzug in die Kunst. Ihre Vertreter wie Richard Hamilton forcierten das Verwischen der Grenzen zur Hochkultur. Kurz nach der Legalisierung der Homosexualität in Großbritannien zelebrierte man zudem das Spiel mit den Geschlechterrollen. Glam-Rock-Stars wie David Bowie konnten offen mit Geschlechteridentitäten spielen. Die Ausstellung "Glam! The Performance of Style" im Linzer Lentos Kunstmuseum, entstanden in der Tate Liverpool, musealisiert die Bewegung, von der sich heute Musikerinnen wie Lady Gaga oder Peaches inspirieren lassen.

Der "Kulturmontag" ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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